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17.05.2010 – 649 – Teil 1

Piep…Piep….Piep….Es passt nicht, nicht ins Bild, nicht in meine Welt. Leichen piepsen nicht. Sie machen keine Geräusche wobei, gelegentlich singen sie, doch nur unter ganz speziellen Umständen.

Piep…Piep. Warum? Als ich die Augen öffnete…es war dunkel.  Neben mir nahm ich ein grünes Flackern wahr. Regelmäßige Linien flogen über ein schwarzes Feld. 90 zu 60, 99%….Was? Ach…die Werte, ein Herzmonitor.Langsam aber sicher sollte ich es doch wissen. Im Augenblick war es jedoch unwichtig, meine Umgebung war interessanter. Ein dunkler Raum, größer als der letzte, ein Krankenzimmer offensichlich. Die Gardienen waren zugezogen, nur der schwache grüne Schimmer des Gerätes neben mir spendete ein wenig Licht.  Mein Bett scheint das einzig besetzte zu sein.  Sonst neigen Krankenhäuser nicht zu solch einer Verschwendung, womit hatte ich ein Einzelzimmer verdient?

Wenn ich da an die letzten Wochen denke…diese alte Frau, ich habe selten einen so anstrengenden Menschen erlebt, von Christiane mal abgesehen. Mich interessierten weder ihre Familie noch ihre Freunde und am allerwenigsten ihre Gebrechen. Doch ich lächelte nett und dachte über andere Dinge nach während sie sprach.  Eine wunderbare Gabe Menschen einfach auszublenden. Mittlerweile hab ich sie perfektioniert.

Und dann starb sie und ich durfte ihr dabei zusehen, etwa eine Woche nachdem man sie wegen eines Oberschenkelhalsbruches  eingeliefert hatte. Es war alles wie immer gewesen, ich las in einem Buch welches ich mir von den Schwestern hatte besorgen lassen. Sie lag im Nachbarbett und begann plötzlich zu husten, was mich dazu veranlasste zu ihr herüber zu sehen . Ihre Augen weiteten sich…sie stöhnte kurz auf, griff sich mit der Hand an die Brust und viel zurück.  Mein Blick klebte an ihren Augen. Diese subtilen, kaum wahrnehmbaren Veränderungen, die Angst, Panik wurde zu Schmerz und dann erkalteten sie, das alles innerhalb von Sekundenbruchteilen. Wundervoll. Ich saß noch einige Minuten da und starrte sie fasziniert an. Wie schnell so etwas doch gehen kann. Wie wunderschön…erst dann brachte ich es über mich und griff zum Schalter um Hilfe zu rufen. Nicht, das sie noch mistrauisch würden. Letztlich hatte ich dieser Frau einen Gefallen getan sie sterben zu lassen. Sie klagte fortwährend über die Einsamkeit, das Altenheim…nun musste sie nicht mehr dorthin zurück. Nie wieder, und ich… ich hatte einen der interessantesten Augenblicke meines Lebens erlebt. Danke alte Frau…

Was sie wohl täten wenn..

Damit nahm ich die Pats von der Brust. Ein langgezogenes Fiepsen breitete sich im Raum aus und warnte vor dem Herzsillstand. Warten….aber nichts passierte. Hmm, gut zu wissen. Ein hervorragendes Krankenhaus wirklich. Erst die verpatzte OP und jetzt das.

Nach einigen Minuten wurde es mir zu bunt,  schaltete ich den Monitor ab und drückte auf den Summer. Nichts passierte. Also fasste ich den Entschluss aufzustehen. Zuerst einmal die Decke, welche anscheinend ausgetauscht worden war, denn der große Blutfleck war verschwunden. Das Bein selbst….keine Narbe, nichts… Man konnte die Stelle noch erkennen, doch die Haut war unversehrt. Wie zum Henker hast du das gemacht Ben???

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Published inRollenspiel-Storys

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