Zum Inhalt

17.05.2010 – 649 – Teil 2

Ich öffnete die Zimmertür und blieb überrascht stehen. Dort stand jemand. Ein junger Mann, an die Wand gelehnt, die Arme vor der Brust verschränkt und den Blick gesenkt. Er war ein gutes Stück größer als ich, was zugegebenermaßen nicht sonderlich schwer ist. Seine Statur war eher feingliedrig und zart, das Gesicht leicht feminin, genauso wie die Hände.

Misstrauen breitete sich in mir aus. So wie er dastand, blickte…eine merkwürdige Aura ging von ihm aus. Hatte ich etwas zu befürchten, hatte er letzten Endes etwas mit den Vorgängen von vorhin zu tun? Es war eindeutig zu spät, bzw. mittlerweile wohl eher zu früh für Besucher. Egal was er wollte, es war eindeutig nicht die passende Zeit. Seine Ausstrahlung war seltsam, irgendwie gedrückt, unsicher…ich kann es kaum in Worte fassen.

Ich entschloss mich erst einmal ein Gespräch zu beginnen. Wenn er mir etwas tun wollen würde, hätte er jetzt die Gelegenheit und ich hätte ihm nichts entgegen zu setzen, wenn er aus einem bestimmten Grund hier war, würde dieser sich während des Gespräches hoffentlich herausstellen und wenn er keinen Grund hatte mich mit seiner Anwesenheit zu beehren, dann ist dem so und er würde von alleine verschwinden. So oder so mir war alles recht. Soll er machen…nichts was mich beunruhigen würde, das Schicksal geht seinen eigenen Weg.

Höflich war er immerhin und antwortete auf meinem Gruß. Seine Stimme war leise und klang wie er aussah, leise, vorsichtig, testend. Raphael also…soso, doch warum fragte er mich nach meinem Namen? Immerhin ist er zu mir gekommen, da sollte er doch wissen wen er vor sich hatte. Eine Möglichkeit hatte ich noch nicht in Betracht gezogen. Möglicherweise war psychisch nicht ganz zurechnungsfähig, selbst wenn er diesen Eindruck nicht erweckte.

Interessant…Oder und das war der Fall, dessen Eintreten ich am wenigsten hoffte, dieser Raphael hatte etwas mit den Vorkommnissen von vorhin zu tun, eventuell war ich nicht so unauffällig geblieben wie ich gehofft hatte. Wobei, Kameras oder ähnliches hatte ich nicht gesehen.

Und…Natürlich er fragte danach, wunderte sich, dass es gesehen hatte, warum auch nicht, ich fand es sehr offensichtlich, jedoch musste ich ihm zumindest gedanklich beipflichten, denn eben jene Frage hatte ich mir ja auch schon gestellt. Wie konnte es sein, dass niemand in diesem Krankenhaus gemerkt hatte was sich dort befand? Warum hatte sich kein Besucher dorthin verirrt? Es hätte wirklich jemand bemerken müssen. Nun…..es hat seine Gründe, wie alles seine Gründe hat.

Die Existenz dieser Wesen war für mich kein Mysterium mehr. Sicher ich konnte es nicht erklären, sie waren da und das ist alles was zählt.

Ich reagierte dementsprechend ruhig auf dieses Thema. Warum sollte ich leugnen was ich gesehen hatte? Warum mich darüber aufregen? Änderte es etwas? Nein nichts. Also…

Das Gespräch verlief kurz. Dann ging er wieder, ohne zu erklären was er von mir gewollt hatte. Ich blickte ihm nach wie er zur Tür schritt. Und ich muss sagen, ich habe noch nie jemanden gesehen der sich mit einer solchen Eleganz bewegt hätte. Wirklich niemanden. Es war unglaublich.

Seite:« 1 2 3 4 5 6 7»

Seiten: 1 2 3 4 5 6 7

Published inRollenspiel-Storys

Schreibe den ersten Kommentar

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.