Zum Inhalt

Monat: Mai 2010

Kaminari – Hinterhalt

Die Drei standen im Schatten einer kleinen Gasse und vor ihnen lag ein kleiner, vom Mondschein erhellter halbrunder Platz, an dessen flacher Seite ein großes Lagerhaus stand. Der rechteckige Flachbau wurde von zwei dunklen Gassen flankiert, die auf der einen Seite von der Stadtmauer und von der Anderen durch eine ausgebrannte Ruine begrenzt wurden.
„Das gefällt mir nicht“, bemerkte Tao leise „es ist viel zu ruhig hier!“
„Wir sind am Stadtrand. Und das Viertel ist tot. Was erwartest du?“ fragte Ayoun gereizt. „Zumindest ein paar Bettler oder Ratten. Ich weiß auch nicht, aber nicht diese Totenstille.“
antwortete Tao genervt.
„Ich weiß was du meinst“, warf Kyo ein. „Mir stellen sich auch die Nackenhaare auf, aber wir können schlecht auf das Honorar verzichten. Außerdem will ich unseren Auftraggeber auch kennen lernen“, stellte Kyo fest. „Mich würde nämlich interessieren, wer ihm unseren Aufenthaltsort verraten hat, weil außer uns und Miri kennt das Haus doch keiner oder?“
„Irgendwo hat er ja Recht. Mich interessiert das genauso“, sagte Tao nachdenklich. „Auch, wenn ich nicht glaube das uns überhaupt einer verraten hat. Der müsste uns ja dann dort gesehen haben“, fügte er murmelnd hinzu und ging Kyo hinterher. Ayoun folgte den Beiden leise.

Kaminari – Menschsein

Als die Sonne sich dem Horizont näherte, traten Ayoun, Kyo und Tao aus dem Camarowald. Die Straße vor ihnen war leicht abfallend und schlängelte sich in ein lang gezogenes Tal hinab, in dessen Mitte die Stadt Tik lag. Rechts und links des Weges lagen die zu dieser Zeit überfluteten und im Licht der untergehenden Sonne orange glitzernden Reisfelder der Bauern, die sich um die Provinzhauptstadt angesiedelt hatten. Da Tik in diesem Teil des Landes die größte Stadt war, kamen hier auch die meisten Händler aus den Nachbarländern her um ihre Waren feilzubieten und einzukaufen.
„Aaahh! Endlich aus dem düsteren Wald raus!“ seufzte Ayoun und reckte sich. Sie faltete den Fächer auseinander und hielt ihn sich vors Gesicht, welches einen sehr hellen Teint hatte und daher vor der Sonne geschützt werden müsse. Zumindest sagte sie das jedem. In Wirklichkeit schminkte sie sich extra so blass, um zerbrechlicher auszusehen und solche Idioten wie den Mann vorhin zu täuschen. Wie man sah funktionierte das sogar recht zuverlässig.
„Sag mal Ayoun, wieso versteckst du dein schönes Gesicht immer hinter dem Fächer? Ich meine, wirklich etwas zu verbergen gibt es ja nicht, oder?“ fragte Kyo leicht grinsend.
„Ach das versteht ihr Männer ja doch nicht.“ erwiderte Ayoun gespielt hochnäsig. „Stimmt. Wir werden nie verstehen wieso ihr Frauen euch schön schminkt nur um euer Gesicht anschließend doch zu verstecken.“ warf Tao lachend ein, während sie sich den ersten Reisfeldern näherten.
„Wir sollten unsere Waffen säubern bevor wir Tik betreten, denn blutige Waffen fallen doch irgendwie auf.“ sagte Tao, als sie an einem Reisfeld anlangten, auf dem gerade niemand arbeitete.
„Du hast Recht. Besonders dein blutiger Speer dürfte Aufsehen erregen, denn du darfst den ja nur als Abschreckung tragen und nicht wirklich einsetzen, weil die Benutzung sämtlicher Klingenwaffen ausschließlich der Armee und den persönlichen Beschützern vorbehalten ist“, antwortete Kyo und verdrehte theatralisch die Augen.
„Nach dem letzten Bauernaufstand, bei dem sie fast in den Thronsaal gekommen sind, weil sie sich eine blutige Schneise durch die Wachen gezogen haben, kann ich das sogar verstehen“, wandte Ayoun ein, während sie einen ihrer Geishaschuhe auszog und die Blutspritzer versuchte davon abzuwaschen. „Dieser Abschaum blutet aber auch wie verrückt.“ murmelte sie und erhob sich wieder. „Ich muss mir wohl Neue kaufen, wenn wir in Tik sind“. seufzte sie dann und warf beide Schuhe in hohem Bogen ins Reisfeld, wo sie wie zwei Schiffe oben trieben.

[Djihad] 1.000

Stimmung

Mit festem Schritt ging sie durch den weißen Gang. Die Stiefel wurden geziert von silbrigen Kettchen, an denen kleine silberne Totenschädel hingen. Die Spikes waren an Front und Hacke der Plateausohle angebracht und mit jedem Schritt klimperten die schwarzen Stiefel im Takt, der mit den Fingern geschnippt wurde. Der schwarze Ledermantel schwang mit der Hüfte und eröffnete einen Blick auf die nackten, bleichen Beine. Der Anblick der Haut endete jäh in der Hotpants mit dem Nietenbesetzen Gürtel. Darüber verdeckte ein schwarzer BH das nötigste. Die Arme waren vom Mantel bedeckt – die Hände steckten in langen Handschuhen. Der Mantel endete in einem großen Stehkragen, welcher frech den Hals umspielte.