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[Akescha] Auftakt III

Magda wachte mit einem komischen, metallischen Geschmack im Mund auf. Es war dunkel um sie und sie spürte einen heftigen Hunger in ihren Gedärm wühlen. Es war so still um sie, dass sie fröstelte. Sie lag dem Gefühl nach auf dem Strohsack, auf dem sie die letzten Wochen geschlafen hatte, aber anders wie zuvor viel durch keine der Ritzen mehr Licht. Als hätte jemand den Raum ähnlich hergerichtet wie den des Meisters. Allerdings konnte sie trotzdem das Zimmer schemenhaft erahnen.
Sie stand auf und tastete sich zum Tisch – auf dem sie sonst immer ein Brot, etwas Käse und einen Krug Wasser oder Milch stehen hatte. Doch jetzt war der Tisch leer.
Doch plötzlich fiel ihr ein Geruch im Raum auf. Leicht metallisch – die Geruchsvariante des Geschmacks aus ihrem Mund. Ehe sie realisieren konnte, was geschah, fühlte sie ihren Geist heftig beiseite geschoben. Obwohl sie sich heftig wehrte konnte sie diesem Druck nicht standhalten und die Sinne schwanden ihr.
Das folgende nahm sie wie durch rote Schleier nur bruchstückhaft wahr. Ihr Körper schob sich zu einem Körper, der gefesselt auf dem Boden lag und von dem dieser himmlische Geruch ausging. Mit Entsetzen sah sie, dass sie der Person auf dem Boden den Kopf beiseite drückte, den Hals freilegte auf dem ein kleiner Tropfen klebte. Ehe sie es sich versah versenkte sie ihr Gebiss in diesem Hals. Innerlich von Grauen geschüttelt zog sich Magda noch mehr zurück und weigerte sich weiteres wahrzunehmen.

Als sich sich ihres Körpers wieder bewusst wurde, stand sie mitten im Raum, war wohlig satt – und obwohl es dunkel war, konnte sie sich orientieren – dann wurde die Türe geöffnet und sie schloss kurz geblendet die Augen. Sie wendete sich ab um die Augen zu reiben.
„Ich sehe, du hast herausgefunden, auf was du Hunger hattest“ klang die Stimme ihres Meisters durch den Raum. Er trat an den Tisch und stellte einen Kandelaber mit mehreren Kerze dort ab. Dann kniete er sich hin und untersuchte drei Körper am Boden. „Kompliment, du hast immer genau die Hauptschlagader getroffen.“ Dann richtete er sich wieder auf und setzte sich auf den einzigen Stuhl im Zimmer um sie wieder wie unbeteiligt zu beobachten.
Magda blickte nun ebenfalls auf die Körper und stürzte dann dorthin.
Auf dem Boden lagen ihre Mutter sowie ihre zwei Schwestern. Reglos und mit klaffenden Bisswunden in den Hälsen. Sie waren tot. Hemmungslos fing Magda an zu weinen. Rot tropfte es auf den Körper ihrer jüngsten Schwester.
Leise perlte das sadistische Lachen des Meisters durch den Raum „Wie rührend. Erst tötest du sie und nun beweinst du sie.“
Magda fuhr herum, Wut begann in ihr aufzuwallen und mit vorgestreckten Händen schnellte sie auf den Meister zu, beseelt von ihrem Willen ihm die Kehle zu zerfetzen.
Doch sie prallte nur gegen einen leeren Stuhl und hatte sofort die Hände ihres Meisters wie eiserne Klammern um ihren Oberarmen liegen. Mit unmenschlicher Kraft zerrte er ihren Rücken an seine Brust und legte seinen Kopf neben den ihren. „Dieses eine Mal lasse ich dir diesen Angriff durchgehen, doch versuch das nie wieder – sonst vernichte ich dich! Du wirst dich, sobald ich dich loslasse genauso gehorsam verhalten wie die letzten Wochen! Hast du verstanden?“ Er presste seine Hände weiter zusammen und sie hörte ihre Knochen unter diesem Druck brechen – sie schrie und nickte heftig.
Er stieß sie zu Boden und setzte sich wieder auf den Stuhl, als wäre nichts passiert. Magda versuchte sich aufzurappeln – doch der Schmerz der gebrochenen Arme ließ se auf dem Boden zusammenzucken und verharren.
Wieder hörte sie ihn leise lachen. „Hör gut zu, ich werde dir das kommende nur ein einziges Mal erzählen. Ich bin Sagezza, ein Ancilla aus dem Clan der Wahren Brujah, Kind des Veritas, welcher das Kind von Acutus ist, der wiederum das direkte Kind von Ilyes, welcher auch unter dem Namen Brujah bekannt ist. Brujah ist das Kind von Irad, der wiederum Kind von Kain ist. Dies zeigt, dass ich in der 6. Generation von Kain abstamme. Merk dir dies gut – denn es ist deine Abstammung. Du bist mein Kind! Damit bist du mein Eigentum, bis ich mich entschließe dich freizugeben damit du selbst durch die Welt ziehen kannst um Forschung zu betreiben.“ Magda hob verwirrt den Kopf schaffte es dann doch sich soweit zusammen zu reißen, dass sie sich aufsetzen konnte. Schmerz verklärte ihr bewusstes Denken doch irgendwie drangen die Worte bis in ihre Erinnerung hindurch. Er fuhr fort „Du wirst in Zukunft einen anderen Namen tragen – Magda ist nicht edel genug für deinen neuen Stand. Doch bilde dir noch nichts darauf ein, du wirst lange Jahre brauchen, ehe du in diesem Stand anerkannt sein wirst. Bis dahin bist du wenig mehr als eine Leibeigene unter den Menschen. Du wirst in Zukunft nach unseren Traditionen unleben, denn Leben besitzt du nicht mehr.“ Er verharrte kurz, um sicherzustellen, dass sie aufmerksam zuhörte, dann fuhr er fort.
Die erste Tradition ist die des Vermächtnisses. Dein Blut ist das Blute Kains, verflucht durch Gott, gesegnet von Lilith. Deinen Zustand zu verändern suchen, oder in dein Leben als Sterbliche zurückkehren zu wollen, heißt dich gegen Vater und Mutter und deinen Gott zu versündigen.
Die zweite Tradition ist die der Vernichtung. Es ist dir verboten, andere deiner Art zu vernichten, die älter sind als du. Diejenigern, die Kain näher sind, kennen seinen Willen und dürfen alle Kinder vernichten, die in seinen Augen nicht wert sind zu existieren. Es ist denen von schwächerem Blute verboten, sich gegen ihre Ahnen zu erheben.
Die dritte Tradition ist die der Nachkommenschaft. Du sollst nur mit Erlaubnis deines Ahnen andere zeugen. Wenn du einen anderen ohne Erlaubnis deines Ahnen schaffst, so sollen sowohl du als auch dein Nachfahre erschlagen werden.
Die vierte Tradition ist jene der Rechenschaft. Diejenigen, die du schaffst, sind deine Kinder. Bis deine Nachkommenschaft losgesprochen wird, sollst du ihr alles vorschreiben. Ihre Sünden fallen auf dich zurück.
Die fünfte Tradition ist die der Domäne. Deine Domäne ist dein Belang. Alle anderen schulden dir Respekt, solange sie darin weilen. Keiner darf dein Wort in Frage stellen, solange er in deiner Domäne weilt. Wenn du ins Lehen eines anderen kommst, sollst du dich dem vorstellen, der dort herrscht.
Die sechste und letzte Tradition ist die der Stille des Blutes. Du sollst dein wahres Wesen nicht denen enthüllen, die nicht vom Geblüt sind. Tust du es, so seien deine Blutrechte verwirkt.“
Während er diese Regeln mit viel Phatos vortrug, beobachtete er sie genau. „Du wirst diese Traditionen morgen zu Papier bringen.“ stellte er trocken fest. Wütend funkelte Magda ihn an „mit diesen Armen werde ich lange nicht schreibne können.“
Wieder lachte er leise auf „Dummes Kind. Wir sind nicht mehr an die Regeln des lebenden Fleisches gebunden. Wenn du dich nur darauf konzentrierst, kannst du deinen Körper heilen lassen. Nur bei wenigen Dingen geht dies nicht sofort. Aber ein paar lächerliche Knochenbrüche sind nicht der Rede wert. Du trägst in dir das Blut Kains, welches wir Vitae nennen. Du nährst es indem du vom Blut der Sterblichen trinkst und verbrauchst es mit jeder Nacht, jeder Heilung und jedem Einsatz der Disziplinen.“ er lächelte leicht, sah er doch die vielen Fragen in den Augen des jungen Mädchens, welches immer noch vor ihm auf dem Boden kauerte.
„Doch genug für heute. Die Sonne geht bald auf – und sie ist unser Feind. Wenn du es selbst heute nicht mehr vermagst, deine Arme zu heilen, wirst du am Abend aufwachen als wären sie nie gebrochen gewesen.“ Mit diesen Worten stand er auf, griff nach ihr und hob sie wie eine Puppe auf das Bett. Dann verließ er sie.

Published inRollenspiel-Storys

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