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Anfang vom Ende II

„Sie es ein, wir sind hier nicht länger willkommen.“

Thadraza legte ihre Schwingen an sich und betrachtete den Bannkreis, in dem Khazador auf dem Boden hockte.

„Dein endloser Krieg ist vorbei. Zhadran ist tot!“

Khazadors Blick wirkte leer und er starrte zu Boden. Der weibliche Engel des Untergangs verschränkte die Arme.

„Hey! Khazy! Hörst du mir überhaupt zu?“

Ihr Blick verfinsterte sich, als er sie ignorierte:

„Sieh dich nur an. Dein Phönix hat die Welt zerstört, die Wesen, welche du erlöst hast, wollen deinen Tod. Nun hockst du in diesem Bannkreis, wehrlos und hoffnungslos. Ich könnte deinem Leiden ja ein Ende setzen… aber deine jämmerliche Gestalt ist ein wahrer Augenschmaus.“

Khazador erhob sich und schaute Thadraza mit seinen blauen Augen an. „Ich habe wenigstens ein Volk. DU existierst nur, weil deine Wächter dich bewacht haben. Niemand glaubt an dich. Deine Wächter sind Gotteswerkzeuge, aber keine Gläubigen. Wenn du mich tötest, tötest du die einzige Person, die noch daran „glaubt“, dass es dich gibt. Das wäre dein Untergang, Fee.“

Thadraza streckte wütend ihre Flügel von sich:

„Dein Volk?! Du bist deines Volkes Teufel… und ich werde der Gegenpart sein, der sie erlöst.“

Khazador musste grinsen: „Selbst wenn du mich tötest, lebe ich in meinen Kindern weiter. Selbst ohne meinen Einfluss auf sie, werden sie mich nie vergessen. DU hingegen bist nur Schall und Rauch. Dein einziger Priester ist tot und sorgt für die Wiedergeburt Gaias.“

Thadraza stampfte mit einem Fuß auf den Boden. Khazador schaute zum Himmel: „Dein Versteckspiel all die Jahre hat dir keinen Nutzen gebracht. Einer nach dem anderen werden deine Wächter vernichtet… von meinem Blute und ihren Freunden.

Was machst du dann?

Was tust du, wenn deine Wächter dich nicht mehr schützen können?

Wenn nach dem Krieg Gaia zurückkehrt?

Und du nicht wie geplant an die Macht kommen kannst?

Wenn du Gaias Vorbotin nicht vernichten kannst?

Wirst du dann zum ersten Mal selbst Hand anlegen?“

Khazador lachte schallend und lange.

Thadraza blickte ihn ernst an: „Was ist mit dir? Jetzt wo du Zhadran getötet hast, könntest du doch ebenso die Macht an dich reißen.“

Khazador blickte sie an und schüttelte den Kopf: „Ich hatte meine Blütezeit… außerdem kann man Gaia nicht die „Macht“ entreißen. Gaia ist überall und alles. Der Boden auf dem wir stehen, die Luft die wir atmen. Sogar unsere Nahrung und unser Blut. Alles ist Gaia. Ich weiß es, meine Kinder sind die Nachfahren Xantchas, dem ersten Weißen Heuler, den Gaia hervorbrachte. Ich habe die Wölfe lange genug beobachtet. Gaia ist alles und DU bist NICHTS!

Mit einer abwinkenden Handbewegung fuhr er fort: „Zhadran zu töten war meine Lebensaufgabe. Jetzt brauche ich nicht mehr umherirren. Dies ist das Ende meiner Reise, genauso wie deines. Wenn die Sonne untergeht sind wir tot. Ich finde die Idee gut.“

Mit diesen Worten fiel Khazador in eine Meditation, deren Ende seine eigene Zerstörung bedeuten würde.

Published inRollenspiel-Storys

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