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Die Erschaffung (17.05/18.05) – 650 – Teil 1

Silbernes Mondlicht brach sich auf dem Wasser des großen Sees und erhellte die verzerrte Fratze Christophs auf dem Weg zu seiner Bestimmung. Es wurde Zeit, ich sollte mich beeilen, die Leiche begann schon zu stinken. Moment! Sie ist zu frisch, Leichen riechen erst später.

Ichhhh bin daa zischte es und in diesem Augenblick riss der Tote die Augen auf und starrte mich an. Vollkommen erschrocken ließ ich ihn los und….wachte auf, saß kerzengerade im Bett und sah mich um. Der Mond schien durchs Fenster und erhellte in seinem kalten fahlen Licht. Das Ticken meines Weckers, war das einzige Geräusch in diesem Raum und ein schneller Blick sagte mir 23:04 Uhr. Ansonsten…es…Ich zog vorsichtig die Luft durch die Nase, süßlich, faulig…und erstarrte.

Eine kurze Spiegelung im Fenster, eine Gestalt, eine Gestalt die dort nicht hingehörte. Ich blickte mich um, langsam und vorsichtig und starrte in zwei rot glühende Augen. Der Wächter. Die Luft fuhr aus meinen Lungen, Angst durchzuckte mich, ich konnte nicht raus, nichts tun, sie würde nicht einfach wieder verschwinden. Jede Faser meines Körpers war angespannt und zitterten vor Anstrengung. Sie kam auf mich zu, schnell. Ich versuchte ihr auszuweichen, doch vergebens. Knochige Stummel, etwas das mal eine Hand gewesen sein musste schloss sich unbarmherzig um meinen Hals. Ihre Haut wirkte eher pergamentartig, trocken, nicht wie die nässenden zerfallenden Glieder eines gewöhnlichen Toten, sondern eher wie die einer Mumie. Ich rang nach Luft, wollte Atmen, mich wehren…mein Innerstes sträubte sich gegen das was mit mir geschah. Enger und enger….Meine Lungen brannten, meine Haut begann zu kribbeln, mein Kopf schmerzte. Ohne dass ich etwas dagegen tun konnte, versuchte mein Körper die kostbare Luft in sich aufzunehmen, scheiterte jedoch am eisernen Griff meines Peinigers.

Meine Sicht begann zu verschwimmen und jede Zelle schrie nach Sauerstoff und in einem letzten Aufbäumen von Widerstand riss ich mir meine Scherbe vom Hals.Des Wächters Blick durchbohrte mich, als sie hätte gewusst was ich tat, doch sie….tat nichts…setzte ihr unbarmherziges Vorhaben fort. Diese Beharrlichkeit. Endlich…nach Stunden wie es mir schien, hatte ich meine Waffe in der Hand. Sie blutete, doch das spielte keine Rolle. Mir fiel es schwer meinen Gegner zu lokalisieren, das Glühen, es war unscharf als sähe ich durch eine Wand von Wasser hindurch, aber ich stieß einfach zu, mit allen Kraftreserven die ich noch aufbringen konnte. Ich traf und merkte wie mein Arm zusammenfiel, wie die Fasern des Fleisches sich zusammen zogen, wie meine Haut trocknete. Es war als würde sie mir den letzten Lebens der noch in mir schlummerte entziehen wollen, langsam Stück für Stück, die Schmerzen waren unbeschreiblich und ich zog die Hand samt Scherbe wieder aus ihrem Auge heraus.

Eine seltsame Ruhe überkam mich. Es war mein Schicksal. Ich konnte es nun akzeptieren, vielleicht war das der Preis den ich zahlen musste für meine Tat und doch konnte ich nichts falsches daran finden.

Als ich ein letztes mal kurz die Augen öffnen wollte bemerkte ich wie der Armstumpf sich hob und ein spitzer Knochensplitter auf mein Gesicht herunter senkte. Gelassen nahm ich es hin. Es war wie es war, ich hatte gekämpft und verloren, als plötzlich jemand hinter der Leiche auftauchte, eben jenen Arm ergriff und ihn einfach hoch in die Decke schleuderte. Ein knackendes, reißendes Geräusch begleitete dieses unbeschreibliche Wunder und ein stechender Schmerz durchfuhr meinen ganzen Körper als sich die Hand von meinem Halse löste. Herrliche kühle Luft füllte meine Lungen, bis..bei meinen Füßen begann es…das Stechen ließ nach und danach…nichts mehr..es arbeite sich von unten nach oben…eine Taubheit, die von mir Besitz ergriff und was eben noch wie eine Erlösung für mich war, entpuppte sich als ein kurzer zerplatzender Hoffnungsschimmer…auf Leben.

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Published inRollenspiel-Storys

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