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[E.D.E.N] Iridescent

[Datum unbekannt] Morgens – Seattle

Der Himmel hatte sich Orangerot verfärbt, während die Sonne über Seattle aufging. Im 26 igsten Stock des Andra Hotels roch es nach Moschus und Sex. Aber das genoss der Mann sogar, welcher nur in dem, vom Hotel bereitgestellten. Bademantel am Fenster der Luxus Suite stand. Irgendetwas war anders an diesem Tag. Das Gefühl lies ihn nicht los. Das war zwar nicht der Grund, weswegen er wach geworden war, aber es hing damit zusammen. Kurz schloss er die Augen und dachte an den Traum zurück der ihn geweckt hatte. Er hatte oft Träume, nicht selten enthielten sie irgendwelche Hinweise, die ihm halfen aber dieser Traum…es waren wirre Bilder, die nichts miteinander zu tun hatten. Oder vielleicht doch, aber dann verstand er die Zusammenhänge nicht. Es lies ihm keine Ruhe.

Seufzend drehte er sich um und betrachtete die junge schlafende Frau im Bett, deren lange schwarze Haare von ihrer blassen Haus und den grünen Augen kontrastiert wurden. Ein leichtes Lächeln legte sich auf seine Lippen, während seine Hände die Taschen des Bademantels schlüpften.

Sein Blick wandte sich wieder dem großzügigen Fenster zu, wo die Sonne nun bereits als flammender Ball den Horizont überschritten haben musste, auch wenn er sie nicht sehen konnte. Es würde regnen an diesem Tag und das sagte er nicht nur, weil es in der Stadt verdammt oft regnete…nein der Wetterbericht hatte es gestern angesagt. Die Uhrzeit sollte ihm zu denken geben. Eben als er hingesehen hatte, stand der Wecker auf 4:44 Uhr. Unchristliche Zeit. Aber er war nun mal wach.

Plötzlich blitzte es und er befand sich nicht mehr in dem Hotelzimmer, sondern blickte auf einen irisierenden Strudel aus Energie, in dessen Tunnel er sich befand. Es rauschte wie einer schlechten Radio Übertragung. Aber in dem Rauschen konnte er Schreie hören. Irgendetwas stimmte hier nicht, nur was zum Geier? Ein Schatten rauschte an ihm vorbei. Instinktiv machte er einen Schritt zur Seite. Allerdings brachte dieser ihn aus dem Gleichgewicht. Richtig wie fallen fühlte es sich zwar nicht an….wieder ein Blinzeln…

er war wieder zurück. Er blinzelte verwirrt. Gut…das war seltsam. Insbesondere, weil die Wand nicht mehr so aussah, wie er sie in Erinnerung hatte. Eine Erklärung dafür fand er im nächsten Moment, als ein blasses Gesicht mit gründen Augen und umrandet von schwarzen Haaren auf ihn herab blickte. Offenbar lag er auf dem Boden und starrte die Decke an.

„Alles in Ordnung?“ fragte die junge Frau besorgt, die sich auch einen Bademantel um den Körper geschlungen hatte. Er antwortete nicht sofort, weil er zuerst die Eindrücke verarbeitete. Ein nackter Fuß stieß ihn an. „Lebst du noch?“ ertönte eine belustigte Stimme, was ihn wieder zum blinzeln brachte. „Hrm.“ machte er, was ihr wohl reichte, um ihn nicht nochmal zu treten. „Steh auf und komm ins Bett, mir ist kalt.“ maulte sie. Wieso mussten Frauen manchmal so sein? So anstrengend? Verstand er auch nicht. Irgendwie schien er immer weniger zu verstehen, wenn er mehr verstand. Aber, bevor noch irgendetwas in seine Richtung geflogen kam, stand er lieber auf. Wieder auf den Beinen blickte er noch einmal zum Fenster in dessen Oberfläche sich ein feines Geäst aus Rissen gebildet hatte. Das war auch neu…was zum Teufel war heute los? Er blinzelte und das Fenster war wieder normal. Vielleicht sollte er aufhören zu blinzeln. Das schien heute wirklich keine gute Idee zu sein.Dafür versprach der Tag eindeutig anstrengend zu werden. Während er sich umdrehte, um wieder ins Bett zu gehen fiel ihm eine Spielkarte auf, die eben noch nicht dort auf dem Nachtisch gelegen hatte. Als er sie umdrehte musste er schmunzeln. Es war ein Joker.

~*~

Das Schiff näherte sich langsam dem Hafen. Am Bug stand eine junge Frau. Unauffällig in einem Mantel gekleidet. Die Sonne ging gerade hinter ihr auf. Der Fahrtwind blies ihr die Haare aus den Gesicht. Allerdings lag keine Emotion auf ihren Zügen, obwohl ihr Auftrag, der sie hier her führte nicht ganz ohne Brisanz war. Sie prüfte noch einmal ihr Mitbringsel und machte sich dann daran ihre Sachen zu holen. Sie würden bald anlegen und sie würde abgeholt werden. Als sie über die Gangway an Land ging fiel ihr direkt der in einen Anzug gekleidete Asiate auf, der sie wahrscheinlich erwartete. Er verneigte sich ehrerbietig und führte sie zu einer schwarzen Limousine. Während sie hinten Platz nahm und darauf wartete das der Fahrer los fuhr betrachtete sie sich in dem kleinen Handspiegel, den sie immer bei sich trug. Mit ihrem Aussehen zufrieden, steckte sie ihn wieder weg, schlug die Beine übereinander und betrachtete die sich belebenden Straßen Seattles. Es würde sicher spannend werden…die Rose zu treffen.

Published inRollenspiel-Storys

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