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[E.D.E.N] Louder than words

[Datum unbekannt] Abends – Seattle

Die Luft in der bar war zum schneiden dick. Kein Wunder, es war voll. Und die Leute rauchten wie die Schlote. Yessica füllte hinter dem Tresen ein Bier nach dem anderen. Eigentlich mochte sie ihren Job…aber heute gingen ihr alle auf den Geist. Zusätzlich hatte sie hämmernde Kopfschmerzen. Schon den ganzen Tag, dabei war es heute nicht mal so heiß, sondern eigentlich jetzt nach Sonnenuntergang frischer. Sie war ein Blick u Joe, der schwarze Barmann und Besitzer der Blue Moon Tavern, stellte meist hochprozentiges auf den Tresen und unterhielt sich mit den Gästen. Gerade musste er wohl wegen eines Witzes lachen. Das tiefe Dröhnen seines Lachens stach ihr nur noch mehr ins Gehirn und kurz wurde ihr schwarz vor Augen

Ein klirren weckte sie wieder. Sie schaute auf den Boden, wo gerade eines der Biergläser zerbrochen war. Seufzend kniete sie sich nieder und begann das Bier und die Scherben aufzuwischen. Dann fiel ein Schatten über ihre Arbeit. Natürlich war es Joe. Den Geruch nach Pfeifentabak konnten auch tausend Zigarillos nicht überdecken. „Alles in Ordnung?“ fragte er mit seiner dunklen Bassstimme, so nah wie er war spürte sie den Kopfschmerz beinahe bis in die Zehen. Sollte er doch zur Hölle fahren. Als, wenn er sich für sie interessieren würde. Nen Scheiß tat er. „Alles in Ordnung.“ knirschte sie zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. „Mir ist nur das Glas aus der Hand gefallen.“ Der Barkeeper, blieb kurze Zeit stumm hinter ihr stehen. „Gut. Das zieh ich dir vom Lohn ab.“

Yessica verdrehte erneut die Augen. Manchmal hasste sie diesen Wichser. Hoffentlich fielen ihm irgendwann die Eier ab. Sie erhob sich und fluchte über ihr kaputtes Knie, welches unter der Belastung auch noch begann zu schmerzen. „Ich gehe mal kurz frische Luft schnappen!“ rief sie ihrem Boss zu, der schon wieder mit einigen Gästen am Scherzen war. „Aber beeil dich, wir haben zu tun!“

Es war ihr egal. Vielleicht kam sie auch gar nicht zurück in dieser Nacht. Raus! Sie musste raus! Die Tür zum Hinterhof schlug hinter ihr zu. Die Rauch geschwängerte Luft und der muffige Geruch des Lagerraums blieben hinter ihr zurück. Der Hinterhof war voll gestellt mit alten Paletten, Mülltonnen und alten zerbrochenen Möbeln aus der Bar, die Joe hier entsorgt hatte. Kurz lehnte sie sich gegen die Metalltür und schloss die Augen. Die kalte, blau lackierte Oberfläche kühlte zumindest ihren Kopf etwas. Die Luft war hier draußen auch viel frischer. Die Temperatur lag bei angenehmen 22grad, was für die Jahreszeit nicht mal ungewöhnlich war. Hier draußen ließen die Kopfschmerzen endlich etwas nach. Mit tiefen Atemzügen füllte Yess ihre Lungen und zog dann Etui hervor. Das ganz aus Silber gefertigte und mit feinen Schlangenköpfen ziselierte Zigarettenetui war ein Erbstück und sie hielt es immer in Ehren. Jetzt zog sie eine der Zigaretten hervor und steckte sie mit einem Streichholz an. Tief sog sie den Qualm ohne Filter ein und warf das Streichholz weg. Sich von der Tür abstoßend ging sie ein paar Schritte in den Hof hinein. Hier hinten gab es noch ein paar Ausgänge aus den anderen Gebäuden. Aber sie hatte noch nie jemanden dort hinaus kommen sehen. Bis heute. In dem Moment in dem sie sich umsah, ging eine der Türen plötzlich auf. Eine vollkommen in schwarzes Leder gekleidete Person betrat den Hinterhof. Yessica stockte. Der Mann blickte zu ihr hinüber, glaubte sie. Der schwarze Motorradhelm und das verspiegelte Visier machten es unmöglich zu sagen, ob er sie anblickte. Ein Schauer fuhr ihr über den Rücken, als er zwei Schritte auf sie zu machte und eine Waffe hob. Ihr Herz blieb stehen, als sie direkt in den Lauf der Pistole blickte. Jetzt war es klar. Sie würde hier sterben. Einmal zur falschen Zeit am falschen Ort, schon ist alles vorbei. Sie schluckte…weglaufen hatte keinen Sinn und um Hilfe schreien auch nicht….ach…ihr Leben war doch eh beschissen genug gewesen…gut wenn es endete. Ein leises piepen durchbrach die Stille. Für einen Moment war sie irritiert, dann zog die Person einen Pager aus der Tasche und sah darauf. Yessica war sich sicher, dass er jetzt schnell abdrückte und dann gehen würde, aber statt dessen sah er sie noch einmal an, steckte die Waffe weg und verließ des Hinterhof durch den kleinen Zugang direkt zur Straßen.

Das war surreal…vollkommen bescheuert. Sie sackte auf ihre Knie und zog noch ein letztes Mal an ihrer Zigarette, bevor sie hysterisch anfing zu lachen.

~*~

Josh las den Absatz jetzt zum dritten Mal, aber verstand immer noch nicht wie das funktionieren sollte. „Hör mal Chris! Das macht keinen Sinn, was da steht.“

„Ach halt die Klappe, das funktioniert genauso!“

Josh strich sich seine Haare aus dem Gesicht. „Nein, verdammt!“ rief er nach hinten in den Lieferwagen, an dessen Steuer er saß. „Egal was du sagst, aber wenn wir die Kabel so verbinden, dann kriegen wir eine verdammte Rückkopplung und es bläst und die verdammte Schädeldecke weg!“

„Ach du bist witzig!“ erwiderte Chris, der sich in diesem Moment aus dem hinteren Teil auf den Beifahrersitz wuchtete. In seiner Hand hielt er ein Kabel, welches in den Laderaum führte. „Da schließ das an. Das sollte gehen! Und Fluch weniger. Du weißt Ma hört das nicht gerne.“

Josh sah seinen Bruder einen Moment lang böse funkelnd an. „Ja klar….“ dann aber beugte er sich unter das Lenkrad und verband das Kabel mit der Zündung.

„Ok….“ er kam wieder hoch. „Wenn ich jetzt den Motor starte sollte es funktionieren.“ Er warf Chris noch einen fragenden Blick zu, aber der grinste nur. „Na dann…drei…zwei….eins….“ Der Motor startete hustend und im selben Moment schlug der Verstärker auf der Ladefläche voll zu und unmenschlicher Lärm strömte aus den Boxen in die Nachbarschaft.

Chris bewegte die Lippen, aber Josh verstand kein Wort, die Musik war zu laut. Also fuhr er den Van langsam aus der Garage heraus und in Richtung Strand. Das würde ne Party werden.

Published inRollenspiel-Storys

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