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[Gruppe 2] Jagd

Schnelle Schritte bewegten Raziel im Lauf vorwärts, das Motorenknattern hinter ihr kam rasch heran. Sie bog in eine Seitenstraße ab und sprang über einen Gartenzaun, huschte durch den Garten und schlängelte sich an einer Hecke vorbei. Sie keuchte und ihr Herz pumpte ihr Blut schnell durch den Körper. Nach einem weiteren Sprung war sie hinter einem Geräteschuppen, an dessen Rückwand sie sich anlehnte, nach Atem ringend beugte sie sich erschöpft vor. Diese Jagd ging schon viel zu lange.

Das Motorrad kam näher, riss den Zaun einfach um und die Hecke wurde mit Klauen zerteilt, bevor auch hier die Maschine hindurchfuhr. Raziels Verfolger blieb für einen Moment stehen und stellte sogar das Gefährt ab, um zu lauschen. Sie hielt den Atem an, was ihr sofort schwarze Flecken im Sichtfeld bescherte, da dieser sowieso schon knapp war nach der Hast.

Vash sprang hinter den Geräteschuppen und Raziel zuckte erschocken zusammen. Mit einem siegessicheren Grinsen langte er zu, seine Krallen bohrten sich in ihre Schultern, die Fangzähne waren nicht mehr zu übersehen.

Raziel riss ihr Knie hoch und versenkte es in seinen Weichteilen. Fluchend sackte er ein Stück zurück, das reichte ihr, um erneut zu flüchten. Dieses Mal rannte sie wieder zurück und hievte das Motorrad ächzend hoch, früher war das viel einfacher gewesen. Das Adrenalin in ihren Adern half und so konnte sie die Maschine gerade starten, als Vash mit dem nächsten Satz hinter ihr war. Sie bließ ihm die Abgase entgegen und knatterte davon. Raus aus dem Garten, durch die Hecke, welche blutige Striemen auf ihrem Gesicht hinterließ. Sie war wieder auf der menschenleeren Straße.

Ein lautes Knurren ertönte hinter ihr und es klang, als würde der Geräteschuppen durch die Luft fliegen. Sie wollte gar nicht wissen, was da hinter ihr geschah und holte alles aus der Maschine heraus um möglichst viel Abstand zu dem Gangrel zu bekommen. Doch als der Boden unter seinen Bewegungen bebte und sie die riesige Wolfsschnauze im Seitenspiegel sehen konnte, entfuhr auch ihr ein Fluch. Sie drehte sofort ab und versuchte dem untoten Werwolf durch Zick-Zack-fahren zu entkommen.

Hoch oben auf den Gebäuden der Stadt wurde die Verfolgungsjagd betrachtet. Die Gestalt rührte sich nicht, um Raziels vergebliche Flucht komplett zu verfolgen. Dann wandte sie sich um, sodass ihr Kleidchen leicht mitschwang. Sakteinia lächelte den Besucher mit Hut an.

„Pfeif deinen Hund zurück.“, sprach Tarot mit ernster Miene. Auf seinem Hut saß ein schwarzer Rabe.

Sie hob den Zeigefinger, stockte kurz und legte diesen dann an ihre Unterlippe: „Warum sollte ich das tun?“

In diesem Moment flatterte ein weiterer Vogel auf Tarots Schulter, der Anblick des Wanderfalkens ließ Sakteinia den Finger wieder senken. Hinter Tarot trabte ein schlanker, schwarzer Wolf heran, dessen Ohren wie bei einem Schakal länglicher waren. Tarot legte die Hand auf den Kopf der Wölfin.

Sakteinias Miene verfinsterte sich, nachdem sie die Auren der Tiere gelesen hatte.

„Nagut, Billy.“, sprach sie dann. Entfernt hörte man ein wütendes jaulen und sie schnippte mit dem Finger – dann war sie weg.

Published inRollenspiel-Storys

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