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[Harald Seger] Die Rekrutierung

Musikalische Untermalung

Harald wanderte im Regen und horchte, wie dieser auf den Asphalt trommelte. Rhythmisch, irgendwie auch beruhigend. Ab und zu traf er ein paar Menschen, die schnell auf dem Weg waren, ins Trockene zu finden. Zur Begrüßung nickte er Ihnen kurz zu, doch wegen dem strömenden Regen zogen sie alle ihrer Wege.

„Skunk, der ist schon einer, vermutlich von den Cammies. Willst Du den wirklich rekrutieren?“, flüsterte es in der Dunkelheit.
„Der ist von der Camarilla, demnach ein verdammtes Weichei. Die verstecken sich doch hinter ihren Lakaien, das klappt schon.“, kam die Antwort von weiter unten, aber durchdringend.

Unbemerkt von den Beobachtern rollte der Gangrel mit den Augen und machte sich darauf gefasst, bald eins über den Schädel zu bekommen. Er war gespannt, was sie mit ihm vorhatten. Was die versteckte Meute im Schatten wohl nicht wusste war, dass seine Sinne durchaus ausgebildet waren und er ihre kleine Unterhaltung mitbekommen hatte.

Durch prasselnden Regen stapfte er weiter die Straße entlang. Das Mondlicht spiegelte sich in den fluktuierenden Wasserpfützen, die vom Regen bewegt wurden. Wie durch Zufall kam er in eine kleine, enge Seitengasse in welcher er von den fünf Sabbatvampiren erwartet wurde. Er machte es ihnen fast zu einfach, aber sie waren siegessicher.

Mit Baseballschlägern und diversen Schaufeln erwarteten sie schon den großgewachsenen Hünen.

“Jungs, schaut mal ein Cammi-Weichei. Meint ihr das Sprichwort, je höher sie sind, desto tiefer fallen sie trifft auf den zu?“, sprach der Brujah antitribu mit kratzender Stimme.

Mit Gelächter und siegessicherer Miene rannten die fünf auf den einzelnen Mann zu. Der Kampf war kurz, mit einer Schaufel über dem Kopf fiel Harald zu Boden und verhielt sich still. Scheinbar bemerkte keiner der Sabbatvampire, dass das Ganze viel zu einfach gewesen war.

“Skunk, du hattest recht, muss wohl nen Tori oder so gewesen sein, nen Hitzkopf hätte sich wohl besser gewehrt.“, flüsterte es wieder in der Dunkelheit. Beinahe hätte der Gangrel über diesen Spruch des Lasombras gegrinst. Aber nur beinahe.

Wütend schaute der kleinere Mann mit dem Namen Skunk den größeren an und versuchte seine Wut im Zaum zu halten.

Sie hievten den Hünen auf ihre Schultern und schleppten ihn zum nahen Friedhof. Im Zwielicht des Mondes waren weitere zehn Opfer zu erkennen, welche um ein Massengrab platziert wurden. Nach und nach wurden diese in unsanft in dieses Massengrab hineingeworfen und anschließend schaufelten sie es zu. Irgendwann stürzte auch er und die Erde bedeckte ihn langsam.

Als er dann mit der Erde – wie die Anderen – bedeckt war, verschmolz er mit dieser und wartete. Ein geduldiger Jäger wartet auf den Überraschungsmoment um zuzuschlagen.

Wie in einem Traum nahm er die anderen wahr, die jetzt aus der Ohnmacht erwachten und in Gier nach Blut sich den Weg nach oben bahnten.

Noch Zeit, warten.

Im Kampf ums überleben, kamen von den zehn nur noch drei Vampire an der Oberfläche an.

Abwarten, der Moment ist noch nicht richtig …

“Tja, so wie es aussieht war der Kerl ein richtiges Weichei, Riesig aber sonst nix drauf, also doch nen Tori. Schade.“

Einen kurzen Moment noch, sie müssen sich noch ein Stück bewegen. Ein kleines Stück …

Die Sabbatvampire gingen ein paar Schritte, um die neuen rekruten im Unleben willkommen zu heißen.

Jetzt … ich muss aufpassen, nicht die Kontrolle zu verlieren, darauf wartet das Tier nur …
Der Malkavianer folgte dem Rudel Sabbat-Vampire –und blieb als einziger für einen Moment stehen. Skunk guckte genervt zu ihm: „Was ist jetzt wieder? Blaue Frösche oder rosa Kakteen?“ „Ich weiß nicht… irgendetwas… ich hab ein schlechtes Gefühl, Jungs.“, beteuerte er.
Harald konzentrierte sich auf die Macht des Blutes und löste sich wieder von der Erde kam jetzt zwischen dem Malkavianer und dem Lasombra aus der Erde. Er ließ dem Tier soweit freien Lauf, das er in der Dunkelheit sehen konnte und seine Nägel formten sich schon beinahe unterbewusst zu Klauen. Im Gegensatz zu denen anderer Gangrel waren diese hier beachtliche 18 cm lang.

Der Malkavianer konnte sich gerade noch herumdrehen und einen erschrockenes: „Fuck, ein Gangrel!“, von sich geben ehe sein Kopf an seinen Rudelkollegen vorbeirollte.
Von den Klauen und den Rotglühenden Augen war der Brujah antitribu wie gelähmt, als eine Klaue den Schläger zerfetzte, so das er nur noch das Griffstück in den Händen hielt. In dem Moment fuhr ihm die andere schon über den Körper und der Brujah antitribu sank endgültig vernichtet zu Boden.
Einen kurzen Moment und er spürte wie die Vitae seine Gewandtheit erhöhte. In einer fließenden Bewegung drehte er sich, fegte dem Lasombra die Beine unter dem Körper weg, während er in die Knie ging in der Drehung und den Rest des Baseballschlägers als improvisierten  Pflock nutzte.

Er schaute sich kurz um und die beiden letzten des Sabbatrudels schauten ihn mit geweiteten Augen an. Er hatte gerade den Duktus kaltgestellt und ihren besten Kämpfer mit einem Angriff zu Boden gebracht. Skunk war nicht unbedingt begeistert, von den Worten, das dieser Riese da vor ihm ein Tori, sprich Weichei gewesen sein soll. Verdammt, Gangrel! Waren seine letzten Gedanken, bevor er vom Untoten dasein ins nichts wechselte.

Der letzte Brujah knackte mit seinen Fingerknöcheln und ging grinsend auf den Gangrel zu. Wuchtig schlug er nach dem Hünen, der nicht mal Anstalten machte, dem Schlag auszuweichen. Dem Brujah verging das Grinsen, als er merkte das er nichts ausgerichtet hatte, trotz seiner Stärke.

Tja, er hätte besser aufpassen sollen, als es darum ging was die anderen Clans so draufhaben.

Published inRollenspiel-Storys

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