Zum Inhalt

[Kapitel II.I] Und das Blut singt zum Blut

Das kalte Lachen erschallte in dem dunklen Keller, welcher nur von einigen Kerzen beleuchtet wurde. Das Pentagramm auf dem Boden war mit braunem, eingetrockneten Blut gezeichnet und nur die Runen an den Spitzen waren mit frischem Blut geschrieben. In der Mitte der magischen Zeichnung lag eine tote Frau. Die blonde Frau war einem seiner Ghule vorhin über den Weg gelaufen. Nicolae lächelte immer noch, als er begann die Beschwörungsformel zu murmeln. Seine krächzende Stimme verwandelte sich langsam in einen angenehmen Singsang der begann den Raum zu erfüllen. Die Leiche begann sich langsam zu bewegen und sich aufzurichten. Auch, wenn die Muskeln keine Kraft zu haben schienen. Der Kopf hing schlaff herab und auch Arme und Beine schienen nur durch eine äußere Kraft aufrecht erhalten zu werden. Die Runen an den Spitzen begannen Purpur zu glimmen, während die Stimme immer lauter wurde. Die alte Sprache die Nicolae rezitierte war altes Latein und seine Stimme wurde immer lauter. Je extremer die Wiederholungen wurden, desto greller leuchteten die Runen auf. Schließlich begannen die Runen sich zu bewegen und auf den Linien auf den toten Körper zuzulaufen. Das getrocknete Blut wurde langsam dunkler und überzogen sich mit dem frischen Vitae mit dem die Runen gezeichnet worden waren. Die Muskeln der Frau begannen Kraft zu entwickeln und aus eigenem Antrieb zu arbeiten.
Schließlich schlug die Frau die grünen Augen auf. Nicolaes Lächeln erstarb und trat in das Pentagramm. Seine Hände berührten die Gesichtszüge des Models und begann damit die Knochen und das Fleisch zu verschieben. Unter seinen feingliedrigen Fingern verschoben sich Fleisch und Knochen. Die Wangenknochen rutschten nach oben. Die Mundwinkel wurden angepasst und die Stirn ein wenig abgesenkt. Am Ende sah die Frau genauso aus, wie die, die seine Ghule verhört hatte. Sein Lächeln kehrte zurück und er trat einen Schritt zurück. Betrachtete seine Kreation und strich ihr anschließend durchs Haar.

„Hohl sie dir mein Geschöpf.“

Die Frau nickte und ging an Nicolae vorbei. Den kurzen gemauerten Gang entlang und schließlich die steinerne Treppe hinauf. Der Gang, der sich oben anschloss war mit Fackeln erhellt aber die Frau zuckte nicht davor zurück. Sie folgte der Spur, welche ihr Meister gelegt hatte und stieg noch zwei weitere Treppen hinauf, bevor sie um eine Ecke bog und dort einen Altarraum betrat. Die Kirche im Neugotischen Stil war um den alten Steinaltar herumgebaut woden und hatte ein großes Kirchenschiff, welches nun aber leer war. Ohne zu zögern oder sich für die Fresken in der Decke zu interessieren verließ die Frau die Kirche ohne das jemand sie beachtete.

Published inRollenspiel-Storys

Schreibe den ersten Kommentar

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.