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[Kapitel II] Und das Blut singt zum Blut

Stimmung

Die Hände glitten wie von selbst in die schwarzen Lederhandschuhe. Das Leder knarrte leise, als die Faucht geballt wurde. Die Lederjacke wurde übergestreift und die Stiefel fest zugeschnürt. Die goldenen Augen betrachteten einen Stadtplan an der Wand. Langsam waren die schweren Schritte, die den Körper aus der Wohnung irgendwo in Berlin trugen. Inok wusste sehr genau wo er suchen musste.

Die Tür der Schrebergartenhütte splitterte, als der Fuß dagegengehämmert wurde. Im Innere herrschte eine absolute Finsternis und ein unangenehm süsslicher Geruch hing in der feuchtwarmen Luft. Die Augen des Wahren Brujahs versuchten sich an die Finsternis zu gewöhnen und zu erkennen, was seine Ohren schon lange wahrgenommen hatten. Etwas bewegte sich über den staubigen Boden. Es schabte wie Schuppen über Beton, während der Körper nicht zu enden schien. Das Kratzen verwanndelte sich plötzlich in ein Zischen und die Tentakeln kamen aus der Dunkelheit herangeschossen. Inok reagierte Instinktiv und trat einen Schritt zur Seite. Die Tentakeln schossen an ihm vorbei und beschleunigten wieder. Damit hatte Inok nicht gerechnet und die Spitzen durchbohrten den wahren Brujah mit unglaublicher Wucht und nagelten ihn an die Wand.

Seine Hände umschlossen die beiden Peitschenartigen Stränge in seinem Unterleib und seine Muskeln traten hervor. Mit einem Reißen, daß wie trockenes Papier klang, rissen die Tentakeln und er fiel zu Boden. Während er sich unter Schmerzen wieder aufrichtete und die Augen einmal zusammenkniff erkannte ein paar Klauenbewehrte Füße, das vor ihm stand. Er blickte nach oben und entdeckte eine Kreatur, die einem Alptraum entsprungen zu sein schien. Sein Leib war difus aufgebläht und erinnerte eher an eine Nacktschneke, als an einen Menschen. Der Kopf war noch gut zu erkennen, nur seine Augen waren Schwarze Facettenaugen. Der Mund öffnete sich und entblößte mehrere Reihen spitzer Zähne. Seine Hand schoss vor und das Wesen erstarrte in seiner Bewegung, die ihn mit dem Tentakel aus seinem Rücken, gespalten hätte. Seufzend erhob er sich. Aus den Löchern in seinem Bauch entwich das Vitae. Schwankend kam er auf die Füße und erstarrte, als er das kalte Lachen hörte, welches sich rechts neben ihm erhob.

Dann ging ein Kribbeln durch seinen Körpern.

Dann wurde es Dunkel.

Published inRollenspiel-Storys

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