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Klüngelvereinigung


Stimmung
Das Freizeichen zerrte an den Nerven Angelas und erst nach sieben Mal klingeln ging Selina auch dran. Erleichtert atmete sie auf und lehnte sich gegen die Hauswand. Dieses Wohnviertel war schon um diese frühe Zeit beinahe tot. Hier lebten meist Familien mit Kindern und ältere Menschen. Der geniale Ort, um sich zu treffen.

„Was gibt es Angela?“

ertönte die Stimme der Ravnos nun, leicht verzerrt, aus der Ohrmuschel des Handys.

„Wo bleibst du? Ich warte schon zehn Minuten!“

Das Seufzen Selinas lies Angelas Nerven noch weiter zittern. Hatte diese Frau denn gar kein Gefühl  für Pünktlichkeit?

„Ich bin gleich da. Ist Inok schon aufgetaucht?“

„Nein. Aber du weißt ja das er noch etwas erledigen wollte. “

Angela seufzte.

„Ich warte in der Wohnung auf dich.“

„Gut.“

Angela klappte das Handy zusammen und schob es in die Tasche der Lederhose. Sich mit der Zunge über die Lippen fahrend, ging sie in das Mehrfamilienhaus und schloss im Parterre die Wohnung auf. Der Raum dahinter war dunkel, aber sie spürte sofort die Anwesenheit einer weiteren Person in der Wohnung. Die Tzimisce schaltete das Licht ein und die schwache Lampe an der Decke erleuchtete das karg eingerichtete Wohnzimmer. Ein Tisch, vier Stühle und ein Schrank. Mehr war nicht enthalen. Mehr brauchten sie auch nicht. Das Licht offenbarte auch die weitere Präsenz im Raum. Inok, der lässig auf einem der Stühle saß und sie mit seinen goldenen Augen musterte. Angela schüttelte leicht den Kopf. Wieso war er schon hier? Wie hatte er das schon wieder gemacht?

„Du kommst spät meine Liebe.“

eröffnete Inok das Gespräch.

„Was soll das heißen ich komme spät?“

zischte Angela zurück.

„Ich habe auf euch alle gewartet und ihr lasst mich so sitzen. Das Selina zu spät kommt war mir ja klar. Das Madessa es wahrscheinlich nicht schaffen würde dachte ich mir auch schon. Aber das ausgerechnet du zu spät kommen würdest das hätte ich nicht einmal für möglich gehalten!“

Inok lies den Wutausbruch, wie immer, ohne mit der Wimper zu zucken über sich ergehen und wartete bis Angela mit ihrer Tirade fertig war. Natürlich reizte diese unbeteiligte Miene die Kainitin noch mehr, aber sie beherrschte sich.

„Ich war pünktlich hier. Du kommst zu spät.“

Hätte Angela noch einen Blutkreislauf gehabt, wäre sie jetzt vor Zorn rot angelaufen, aber das klacken der Tür hielt sie davon ab. Sie drehte sich herum und wurde zwei kleinen Körpern gewahr, von denen einer soeben die Tür ins Schloss drückte.

„Guten Abend ihr Zwei.“

grüßte Inok Madessa und Selina. Die beiden kleinen Frauen traten an den Tisch heran und auch Angela setzte sich.

„Gut. Was haben unsere Küken denn nun vor?“

begann Madessa, als das Licht der ohnehin schwachen Birne beinahe vollkommen erlosch. Das Licht dunkelte ab und eine weitere Präsenz jagte Angela einen Schauer über den Rücken. Erst, als sie die wässrigen roten Augen über dem Tisch schweben sah entspannte sie sich ein wenig.

„Raphael. Was machst du hier?“

Die Dunkelheit zog sich langsam zusammen und verdichtete sich zu dem schmalen, weißhaarigen Mann, der im Schneidersitz auf der Tischplatte saß und sie nacheinander musterte.

„Ich dachte es wäre mal wieder interessant das Klüngel zusammen zu sehen.“

Seine Stimme war wie immer leise, unsicher und irgendwie wie aus einer anderen Welt.

„Und es hat nichts damit zu tun das dein Child beinahe von meinem vernichtet worden wäre?“

lies Inok vernehmen.

„Nunja. “

Auf Raphaels Zügen breitete sich ein leichtes trauriges Lächeln aus.

„Ich denke sie werden sich zusammenraufen.“

„Das müssen sie auch!“

meinte Selina.

„Ich weiß immer noch nicht woher diese Visionen kommen. Aber sie haben etwas mit diesen Vieren zu tun.“

„Unverkennbar ja. Wir sollten vorsichtig sein, wenn wir ihnen weiteren Zugang zu unseren Geheimnissen geben.“

Madessas Gesicht sah dabei alles andere als Glücklich aus.

„Nun wir haben ihre Leben zerstört. Sie aus ihrer gewohnten Welt herrausgerissen und den Kelch ihres Seins zerbrochen. Es wird sich zeigen wer von ihnen sich wieder zusammensetzt und wer am Ende eine andere Form annimmt.“

„Da hast du Recht Raphae. Aber sollten wir sie wirklich so tun lassen was sie wollen?“

„Das müssen wir sogar. Sonst wird nicht das eintreten was geschehen muss.“

„Was haben sie jetzt überhaupt vor?“

fragte Angela.

„Sie suchen eine Möglichkeit den zu fangen der Silvers Lagerhalle gesprengt hat.“

„Keine schlechte Aufgabe.“

„Wie wahr.“

„Und was tun wir in der Zeit?“

Die Frage hing lange unbeantwortet im Raum. Bis raphael sich erhob und vom Tisch herunterstieg.

„Wir sollten uns so gut es geht um unsere Childs kümmern. Viktoria hat mir geholfen mich ein klein wenig zu erinnern. Und ich hoffe das ihr mir noch mehr helfen könnt…wenn die Zeit reif ist.“

Mit diesen Worten erstickte die Wohnung in Dunkelheit und als sich die Lampe wieder durchsetzen konnte war raphael verschwunden.

Published inRollenspiel-Storys

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