Zum Inhalt

[Muna, Dero] Vorbereitungen zum Übertagen

[Text Druswyn]
Der Wagen parkte in einer Tiefgarage, in die man nur mit einer speziellen Karte hineinkam. Die dicken Stahlgatter waren längst wieder verschlossen, als Dero mit einparken fertig war. Ein zufriedenes Grinsen legte sich auf seine Lippen, als er Muna anblickte. Dann stieg er aus, machte aber keine Anstalten Markus aus dem Wagen zu helfen. Stattdessen schnappte er sich wieder den Rucksack und spazierte durch die Tiefgarage, wartete immerhin vor der Stahltür, welche zum Treppenhaus und den Fahrstühlen führte. Letztere ließ er links liegen und erklomm spielerisch die Treppen. Irgendwo im 5. Stockwerk schloß er eine weitere Stahltür auf – dahinter verbarg sich ein breiter Gang mit mehreren Wohnungstüren.

Es war alles etwas schmuddelig, aber immerhin wurde der Teppich auf dem breiten Flur ab und zu gesaugt, der Flur verzweigte sich in einer Art großem Raum, in dem Pflanzenkübel und künstliches Getier aus Holz stand. Giraffen, Löwen, Zebras. Allerdings fehlten den Miniaturtieren auch schon das ein oder andere Ohr, Bein oder Schwänzchen. Die Wohnungstüren sahen alle gleich aus, sogar die Fußmatten waren alle schlicht schwarz. Es gab auch keine Namensschilder neben den Klingeln, dafür große Zimmernummern auf den Türen. Diese Wohnanlage war wohl mal ein Hotel.

Dero spazierte auf dem schalldämpfenden Teppich vorbei an dem Savannen-Strauchwerk und blieb letztendlich an der Tür stehen, die ganz am Ende von einem der vier Gänge war: 606. Die kleine Zweizimmerwohnung war sehr kahl eingerichtet. Ein separates Schlafzimmer mit einem Doppelbett, Kleiderschrank, Nachttischen und schäbiger Beleuchtung, dafür war das Fenster zugenagelt und verhangen. Der kleine Wohnraum hatte immerhin eine Couch auf der 2, vielleicht 3 Leute sitzen konnten. Davor ein Tisch mit einem kleinen Röhrenfernseher darauf. Einen Wohnzimmertisch oder ähnliches suchte man vergebens. Zwei Schränke waren noch im Wohnraum, wodrin Teller, Gläser und anderes Geschirr gelagert wurde. Zudem war im Wohnraum ein einfacher Schreibtisch samt Holzstuhl, allerdings hatte irgendjemand eine Stereoanlage daraufgestellt und den ganzen Papierkram in die Schubladen verbannt.

Zu der Wohnung gehört außerdem ein Badezimmer ohne Fenster und nur einer Dusche (keine Badewanne), dafür mit riesigem Spiegel über dem Waschbecken und einer Toilette mit Staub auf dem Klodeckel. Eine Abstellkammer in die eine Waschmaschine und eine Tiefkühltruhe gestopft wurden. Vom Wohnraum kann man direkt in die Küche sehen, da eine Wand nur halbhoch ist und als Durchreiche genutzt werden kann. In der Küche, haben maximal zwei Personen platz: Unterbaukühlschrank und Backofen direkt nebeneinander, rechts daneben ein Spülbecken mit Mülleimer drunter (in der Schranktür). Keine Dunstabzugshaube und über dem Herd ist zwar kein Schrank, dafür ein Brett auf dem eine abgenutzte Mikrowelle steht. Die Tür der Küche wurde ausgehängt und steht jetzt in der Abstellkammer – das mag daran liegen, dass der schmale Flur sonst vollständig von der offenen Küchentür blockiert werden würde.

Vom Wohnraum gelangt man in eine Loggia, die Fensterfront ist allerdings nicht Lichtdicht abgesichert, ein paar durchsichtig-vergilbte Vorhänge schützen jedoch vor neugierigen Blicken.

Dero stellt die Blutflaschen in den Kühlschrank, in dem bereits ein paar Bierflaschen und Schockoriegel sind.

[Text Dimiona]
Muna runzelte kurz die Stirn als sich Dero von ihr abgewandt hatte und auch sie aus dem Auto stieg. Sein Grinsen hatte so zufrieden ausgesehen, als er sie angesehen hatte. Fast glaubte sie so etwas wie Besitzerstolz darin zu erkennen. Doch fast sofort schalt sie sich als kleine Närrin. Sie hatte das Gefühl langsam paranoid zu werden und hinter Allem und Jedem nur Intrigen gegen sich und ihren freien Geist zu sehen. Dero war bestimmt aufrichtig an ihr interessiert und nur zufrieden gewesen sie jetzt bei sich in Sicherheit zu haben.
Sie legte den Sitz um, damit die beiden Jungs auch aussteigen konnten. Als Dero den Kofferraum zugeworfen hatte und sich abwandte, seufzte sie leise und versuchte sich in Erinnerung zu rufen, wie vor kurzem das Tier ihre Kraft verstärkt hatte. Scheinbar schien es zu wirken. Sie griff gestärkt nach der Hand von Markus und zog ihn aus dem Auto und stütze ihn wieder auf dem Weg.
Im Treppenhaus fragte sie sich irgendwann, warum Dero nicht den Aufzug genommen hatte. Aber Markus kämpfte sich tapfer hinauf. Wieder ertappte sich Muna bei der Frage, warum sie sich überhaupt darum kümmerte wie Markus die Treppen hinauf kam. Sie war einfach noch zu weich. Sie schwor sich das möglichst sofort abzustellen.
Nach ihr endlos scheinenden Treppen schloss Dero endlich eine Türe auf und man erreichte seinen Unterschlupf. Muna sah sich um und entschloss sofort, das sie, wenn Dero keine Einwände erheben würde bei ihm schlafen würde. Mit Blick auf die Fenster des Wohnzimmers schob sie Markus in die Richtung des Abstellraums. Unangenehm würde die Übertagung für ihn so oder so werden, aber dort wäre er wenigstens vor der Sonne sicher.
Als sich Markus an der Türzarge festhielt ließ sie ihn los und drehte sich um und ging ins Schlafzimmer. Sie setzte sich auf das Fussteil des Bettes und wartete bis Dero hereinkam. Sie blickte zu ihm auf „ist es okay für dich, wenn ich mich hier mit breitmache?“

[Text Druswyn]

„Die Anderen können auch im Badezimmer übertagen…“, mit einem amüsierten Schmunzeln betrachtete er knapp Markus, ehe er zu Muna ins Schlafzimmer kam. Er räumte einen Notizblock weg und nickte ihr zu: „Klar,  den Anderen traue ich nur so weit, wie Enigma mich werfen könnte.“

[Text Dimiona]

Muna schmunzelte leicht und zog dabei den Reißverschluss der Jacke die sehr in Mitleidenschaft gezogen worden war auf.
Leise vor Schmerz ächzend zog sie sie aus und ließ sie zu Boden gleiten. Als nächstes entledigte sie sich der Stiefel und ließ sich dann nach hinten fallen.
„Das kann ich verstehen – du solltest auf alle Fälle abschließen und falls es möglich ist – vielleicht auch den Blutvorrat. Nicht das Morgen früh wenn ich etwas davon brauche alles weg ist.“
Kurz versuchte sie mit  ihren wunden Fingern den Knopf der Hose und die Schließe des Koppels zu öffnen – seufzte aber schmerzvoll auf und zog die Decke über sich.
„Ich werde schlafen wie ein Stein“ murmelte sie noch und schloss die Augen

[Text Druswyn]

Zwei Tropfen benetzten Munas Lippen…

Published inRollenspiel-Storys

Schreibe den ersten Kommentar

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.