Zum Inhalt

SECHS

Sechs Kugeln noch…

Eine mechanisch einstudierte Bewegung in die entgegengesetzte Richtung, mein Schuh hat nicht genug Griffigkeit im Kies. Ich rutsche weg – die Kugel rauscht haarscharf an meiner Wange vorbei. Verflucht! Woher wusste er in welche Richtung ich ausweichen wollte?!

Der Boden kommt näher, ich muss diese Position sofort wieder verlassen!

Noch fünf Kugeln.

Mit den Händen am Boden abfangen, nach links wegrollen. Die Bewegung der Arme ist zu langsam, er verfehlt mich wieder knapp. Wieder wusste er in welche Richtung ich wollte. Wer ist der Kerl?

Noch vier Kugeln.

Ich wirble durch die Luft und über den Boden, mein Griff zu meiner Waffe geht ins Leere. Konzentration! Endlich Deckung. Die nächste Kugel kracht in das Holz der Vorratskiste.

Noch Drei.

Ich bremse mich mit dem Fuß ab und stoße mich vom Boden ab. Direkt auf ihn zu. Ein Funken Überraschung in seinem Gesicht, ein kurzes Zögern, bevor er wieder abdrückt. Ich bin bereits im Flug nach vorn, um mich über die Schulter ab zu rollen.

Noch Zwei.

Meine Füße berühren wieder den Boden, Ausweichmanöver nach rechts über den Arm. Der Schuss durchschlägt meinen Mantel, doch nur Stoff.

Noch eine Kugel.

Ein Tritt gegen meinen Brustkorb und ich bin mir in meiner eigenen Bewegung im Weg. Der Kies sticht mir in den Rücken, als ich darauf lande. Er setzt nach und stellt sich mit einem Fuß auf mich, die Mündung der Pistole grinst mich an. Ich ringe nach Atem. Noch eine Kugel, verdammt!

„Wer hat dich geschickt?“, werde ich gefragt. Aber er schießt nicht,als ich nicht antworte. Er weiß selbst, dass er noch eine Kugel hat. Er wusste um meine nächsten Bewegungen… Kopfschmerz!

Ich greife in den Kies und bewerfe ihn damit. Die Kopfschmerzen sollen aufhören, aber sie werden nur schlimmer. Gedankendolche bohren sich in meinen Schädel und mir wird klar, dass ich ans Messer geliefert wurde. Niemand hat mir gesagt, dass es sich um einen Magus handelt!

Ich packe sein Bein mit beiden Händen und schreie ihn an. Meine Kraft wird mit der Stimme übertragen und bei nichts anderem als Zerstörung ist dies das beste Sinnbild dafür. Die Kräfte des Zerfalls, es würde einen Preis kosten, für mich mehr noch als für ihn. Er kehrt zurück in den Kreislauf. Ich bin noch gefangen in diesem Leben.

Seine Asche rieselt noch immer auf mich nieder, als die Verstärkung kommt. Sie hätte niemals hier sein dürfen, aber sie tut es trotzdem.

„Du siehst jämmerlich aus.“, stellt sie fest. Ich liege noch immer auf dem Rücken und mir ist schlecht.

„Die wollen mich loswerden.“, entgegnete ich. Auf ihren Fragenden Blick hin erkläre ich weiter: „Das Ziel gehörte zur Bruderschaft.“

„Ein Akasha?“

Ich nicke. Ein Gedankenmagier. Die Kopfschmerzen sind noch da, verebben aber langsam.

Sie verzieht das Gesicht: „Für dich ein Himmelfahrtskommando. Du hattest Glück.“

Wir wissen Beide, dass es sowas wie Glück nicht gibt.

Eine Kugel.

Published inRollenspiel-Storys

Schreibe den ersten Kommentar

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.