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Schlagwort: Darkness over Berlin

Schwingen der Erinnerung

Stimmung
Die Sonne war bereits seit einiger Zeit untergegangen, als Dehdeh sich von ihrer Lehmfigur zurücklehnte und diese betrachtete. Sie hatte fast den ganzen Tag an diesem Stück gearbeitet. Auch, wenn es seine wahre Schönheit erst viel Später entfalten würde, nämlich in dem Moment in dem sie verging. Ein Lächeln huschte über das Gesicht der jungen blonden Frau, welche sich eine Strähne aus dem Gesicht wischte und dann einmal kurz über die Skulptur strich, welche ein Schnauben ausstieß und sie mit dem Schnabel berührte. Der Vogel war ihr perfekt gelungen, auch wenn sie nun keinerlei Lehm mehr hatte. Sie musste sich also Neuen besorgen und sie wusste auch schon wo sie diesen finden würde. Eine weitere Berührung des großen weißen Vogels lies diesen auf die Größe einer Taube schrumpfen und erstarren. Die Magi hob ihn auf und stellte ihn auf den Töpfertisch, bevor sie ihren Mantel überwarf und mit dem Vogel in der Hand die Villa verließ. Draußen war inzwischen der Mond aufgegangen, welcher noch fast voll war. Er lies das Funkeln der Sterne in den Hintergrund treten und präsentierte sich als dominantes Himmelelement. Es würde ein schöner Flug werden, denn es wehte nur eine leichte Brise. Sorgsam positionierte Dehdeh die kleine Vogelfigur vor sich auf der Erde und streckte Zeige- und Mittelfinger in die Höhe, woraufhin die geschrumpfte Figur begann zu wachsen. Nachdem der Adler voll ausgewachsen war ging sein Kopf ihr bis zu den Schultern und mit einem eleganten Satz landeten ihre Füße auf dem Rücken des Lehmvogels, der augenblicklich mit den Flügeln zu schlagen begann und sich in die Lüfte erhob. Schnell und zielgerichtet schraubte er sich in die Höhe und schon bald lag ganz Berlin unter ihren Augen ausgebreitet da. Die Lichter der Stadt funkelten, wie die Sterne am Himmel, nur das es hier keinen Mond gab der den Glanz überdeckte. Mit einem Lachen legte sich der Adler unter ihr in die Kurve und sie schoss durch die warme Nachtluft.

~*~

[Prolog] Chimera

Stimmung
Carmen tippte die Tastatur ein weiteres Mal an und lies das Video noch einmal ablaufen. Über den Monitor flackerten Aufnahmen aus dem Bunker. Zu sehen waren drei Kainitinnen, die sich einen Weg durch den unterirdischen Komplex bahnten. Sie bewegten sich vorsichtig und kontrolliert durch die Gänge. Die Kameras hatten sie schnell entdeckt und beschlossen sie zu ignorieren, was nicht falsch war. Sie hatte die Aufnahme nun schon sechs Mal angesehen. Mit überschlagenen Beinen saß die Lasombra auf dem bequemen Bürostuhl und sah zu, wie die Frischlinge aus dem Ruheraum hinaustraten. Mindestens eine von ihnen hatte nun ein Blutsband zu ihr, denn sie hatte die Schränke kontrolliert. Die erste Nacht im Bunker hatten sie überstanden, ohne sich gegenseitig aufzufressen. Die zweite Nacht war nicht minder interessant gewesen, denn sie hatten den Toreador Erzeuger befreit und waren dann auf die verriegelte Bunkertür getroffen. Mit einem Lächeln hatten sie damals mitangesehen, wie die Gesichter der Welpen sich von Hoffnung in leise Verzweiflung gewandelt hatten. Auf den Kamerabildern war zu sehen, wie sich die hellblonde Kainitin mit einer Ratte unterhielt. Was unterstrich das sie kein Kind ihres Clans sein konnte. Nicht das ihr existierendes Spiegelbild kein Beweis gewesen wäre. Aber diese Fähigkeit hatte eine frische Lasombra nicht. Das war der ultimative Beweis gewesen, nun stellte sich nur noch die Frage, wieso dieser Lasombra sie als Unterstützenswert angesehen hatte. Sie hatte Nachforschungen innerhalb des Clans angestellt und zumindest herausgefunden das er innerhalb des Clans als geheimnisvolle Figur gehandelt wurde. Niemand wusste wie alt er genau war und wie viele Schritte von Kain er entfernt war. Das Einzige was sie auf die Schnelle an Wissen bekommen hatte, war das dieser Rätselhafte Kainit immer wieder in der Weltgeschichte an verschiedensten Orten aufgetaucht war. Eine Anfrage an das Castel d’Ombro war noch nicht beantwortet worden, aber sie hoffte das die Antwort nicht mehr lange auf sich warten lassen würden.
In diesem Moment wurde der Monitor auf dem Schreibtisch vor ihr schwarz. Das Video war ein weiteres Mal durchgelaufen. Dies war die erste Prüfung gewesen. Diese hatten sie bestanden. Die Zweite hatten sie vor wenigen Stunden erfolgreich beendet. Das Rätsel in der Tiefgarage war ein interessantes Zwischenspiel gewesen. Sie konnte die Welpen dabei  beobachten und was sie aus dem Umschlag herausgezogen hatten war mehr als interessant gewesen. Das konnten sie auf keinen Fall selbst geschaffen haben, denn dieser Schatten war etwas was selbst sie nicht hinbekommen hätte. Er hatte den Zugang ins Penumbra versiegelt und war nachdem die drei Frauen aus der Garage verschwunden waren, ins Umbra verschwunden, woraufhin der Zugang kollabierte. Im Inneren des Gefängnisses, welches sie gebaut hatte waren die drei lange am Rätseln gewesen. Sie hatten viele Möglichkeiten wohl in Betracht gezogen und einiges ausprobiert. Am Ende waren sie aber glücklicherweise auf die richtige Lösung gekommen. Es wäre Schade um dieses nützliche Material gewesen, wenn sie vernichtet worden wären.
Die Tür hinter der Lasombra öffnete sie leise und die kaum hörbaren Schritte waren ein Indiz für Vulpine. Die Gangrel hatte schon einiges an Tiermerkmalen angesammelt, lies sich aber leise neben ihr auf einem weiteren Bürosessel nieder. Sie strich sich durch das Haar.
Carmen lächelte ihrem Rudelmitglied zu.

„So Süße. Nun ist deine Zeit gekommen die Drei ein wenig zu Prüfen. Ich wünsche dir viel Spass dabei.

Abrechnung

Stimmung
Ben hatte die letzten Tage bei Charlotta verbracht. An keinem hatte er sich besonders wohl gefühlt. Die Gefühle die er empfand waren nicht die Seinen. Und Für Ronja musste es ein unglaubliches Chaos sein, denn das vorherrschende Gefühl war Verwirrung. Immer wieder durchsetzt mit Angst, Trauer, Verlust, Liebe. Das Mädchen schien alle diese Gefühle nicht zu kennen und er fragte sich langsam wie sie so geworden war. Heute war es besonders schlimm. Seit er am Abend erwacht war fühlte er einen Inneren Druck der auf ihm lastete. Als, wenn die Schwerkraft seine Seele herunterdrücken und zerquetschen wollte. Er wusste das Ronja diese Gefühle aus sandte, dass Band zwischen ihnen war Segen und Fluch zugleich. Sie war irgendwo da draußen und er würde sie finden können, wenn es nötig wäre. Aber jetzt war sein Inneres vollkommen auf ihre Gefühle gerichtet. Unter dem Enormen Druck den irgendetwas in ihr Aufbaute konnte er etwas anderes Spüren. Ein kribbeln in der Magengegend, eine leichte Berührung mit Schmetterlingsflügeln, die seine Seele leichter machte, ein unbewusster Sprung in eine warme Quelle. Liebte sie jemanden?
Er erhob sich vom Bett und zog sich an, während das Gefühl blieb und Charlotta ihren Kopf durch die Tür steckte.

Erste Schritte


Stimmung
Stephane fluchte lauthals, als er aus dem Raum im Schloss stürmte. Das Gespräch mit dem Seneschall war alles andere als gut verlaufen. Er hatte sich einen wesentlich günstigeren Ausgang erhofft. Aber wer konnte auch ahnen das sich der Ventrue so stur stellen würde. Auch, wenn niemand von Eve oder den Anderen beiden wusste, so war Desiree sein fehlen nicht entgangen. Nathan hatte natürlich den Mund nicht halten können, denn er hatte ihn ja darum gebeten. Er hatte mit Havershand  einige Dinge besprochen und gehofft früher die Erlaubnis für ein Child zu bekommen. So hätte er Eve zumindest sicher anerkennen können. Der Ventrue hatte ihm in Ruhe zugehört und am Ende ihres Gesprächs hatte er gesagt er würde sich darüber mit dem Prinzen beraten.
Das war nichts weiter als eine Taktik damit er jetzt keine Entscheidung treffen musste und damit Stephane still hielt. Er seufzte, als er durch die Gänge des Schlosses strich. Bald würde er wahrscheinlich öfter hier aufhalten, sobald der Prinz entschieden hatte, ob die Toreador nun einen neuen Primogen bekommen sollten oder nicht. Desiree stand auf jeden Fall hinter ihm und sie war nun die Älteste seine Klans in Berlin. Nathan würde sich wahrscheinlich mit Desiree zusammentun und ihn zum Primogen bestimmen. Das wiederum würde einen Vorteil gegenüber dem Seneschall und dem Prinzen verschaffen was Eve anging. Trotzdem lief ihm die Zeit davon, denn allein eine Audienz beim Seneschall hatte schon drei Tage gebraucht, um sie überhaupt zu bekommen. Ein Gespräch beim Prinzen würde wohl noch weit länger brauchen.
Stephane lehnte sich gegen eine der Säulen, die sich in einem der großen Säle erhob. Durch die großen Fenster, die in einen der Innengärten des Schlosses hinausführten fiel fahles Mondlicht in den großen Raum. Auf dem Boden war ein Marmorbild hinterlegt, welches durch kunstvoll eingelegte Bodenfliesen und Parkettboden in verschiedenen Farben, eine Szene aus einer Jagdgesellschaft darstellte. Im Licht des Mondes sah es fast so aus, als wenn die Reiter sich auf den Pferden bewegte und die Hunde hinter dem Wildschwein hinterher jagten. Stephane betrachtete das Bild. Eigentlich stellte dieses Bild die Vampirgesellschaft wunderbar dar.
Die hohen Herren, die auf den schnellen Rappen zusammen mit den Bluthunden hinter dem Wild her waren. Die Alten Vampire ließen sich von ihren Untergebenen tragen, während die Jungen wie die Bluthunde das Wild, die Menschen jagten, um ihre Herren zu füttern.

„Ah der zukünftige Primogen!“

Heilung

Stimmung
Die kalte Wut erfüllte ihn immer noch. Sie war wie ein eisiger Hauch, der durch jede Faser seines Körpers und seiner Seele ging. Es war nicht der heiße Zorn, der unkontrolliert durch ihn hindurch brauste und sämtliche klaren Gedanken hinwegfegte. Nein diese eisige Wut schärfte seine Sinne, sie lies ihn klarer denken. Die Kälte schliff seine Sinne in allen Formen. Er strahlte sie sogar aus und seine Umgebung nahm sie wahr, zumindest wenn die entsprechende Person von seiner Rasse war. Die Ratte hatte die Gefahr gespürt und sie war geflohen. Es war seine einzige Chance gewesen das zu überleben. Ben zitterte immer noch leicht, trotz das er eben die Gasse verlassen hatte und die drei Frauen offensichtlich verletzt, aber in Sicherheit waren. Die große Kälte kam über ihn als er die Verzweiflung und die Angst gespürt hatte, die Ronja ausstrahlte. Egal wie gut sie versuchte die Gefühle zu verbergen das Band war zu stark zwischen ihnen und auch der Schmerz war fühlbar gewesen.

Die Straßen um ihn herum waren fast leer, obwohl es erst kurz vor Mitternacht war und dieses Viertel eigentlich bekannt für seine Clubs und Bars war. Aber es störte ihn nicht. Es war eigentlich sogar besser, denn so konnte niemand seine Wut weiter anfachen, was nicht gerade in seinem Interesse war. Er blickte sich um und erkannte das er schon zu weit gelaufen war. Die Wohnung von  Charlotta war schon weit hinter ihm. Dieser Ausbruch eben hatte ihn mehr durcheinandergebracht als er gedachte hatte. Seufzend drehte er wieder um und schlenderte zurück. Langsam wärmte sich sein Inneres wieder auf und die Wut begann zu verrauchen. Zum Glück, denn er wollte Charlotta nicht beunruhigen. Mit Titus musste er sich auch noch auseinandersetzen. Das hatte er bisher vor sich hergeschoben. Auch, wenn Olaf ihm geraten hatte das so schnell wie möglich zu klären. Heute brauchte er etwas anderes…etwas zum Entspannen. Etwas wo er sich nicht aufregen musste.