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Schlagwort: Magus

Wrong Turn

Das Auto hielt vor der Abzweigung, die zum Anwesen des Ziels führte. Der Motor erstarb und das Schnurren hörte auf. Langsam stieg die Gestalt, die am Steuer gesessen hatte, aus und schaute sich kurz um. In ihren braunen Augen flackerten für einen Sekundenbruchteil winzige Nullen und Einsen auf, während die Umgebung gescannt wurde. Nachdem keine  verdächtigen Lebenszeichen oder Aktivitäten festzustellen war bewegte sich Einheit 16817525 in Richtung des Hauses. Noch während des Weges verarbeitete das Analyseprogramm die Daten, die es aus der Umgebung bekam. Das Haus selbst sendete eine Menge Strahlung und Funkverkehr, der aber abgeschirmt war. Außerdem war eine wage Präsenz wahrzunehmen, die sich nicht verarbeiten lies. Die Präsenz wurde unter „mögliche Gefahrenquelle“ abgelegt. Ein Finger hob sich und sendete einen kleinen Funkimpuls in Richtung des Hauses.
Dann erreichte sie das Anwesen, als die Sonne sich über die Ebene ergoss.

Decision

Um Gambit herum breitete sich Dunkelheit aus. Der Magus stand mit geschlossenen Augen bewegungslos da. Er fühlte keinen Schmerz und keine Erschöpfung, wie noch im Hotelzimmer, bevor er eingeschlafen war. Er wusste ziemlich genau wo er sich befand. Es gab nicht viele Orte an denen er sich vollkommen sicher fühlte, dieser Ort der Wandlung aber war genau das. Ein sicherer Ort den Niemand erreichen konnte, außer ihm.
„Du warst lange nicht mehr hier Seraphim.“ Erklang eine Stimme in der Dunkelheit, die schon während dieser wenigen Worte die Stimmlage von tief zu hoch wechselte. Ein samtenes Grünes Licht erschien in der Dunkelheit und wuchs langsam heran, so dass die ihn umgebende Architektur sichtbar wurde. Langsam öffnete der Erzmagus die Augen und betrachtete die Ruinen, die sich um ihn herum erhoben. Einstmals mussten es viele altehrwürdige Gebäude gewesen sein. Tempel, Versammlungshallen, Wolkenkratzer, alles war hier versammelt. Es bildete ein unendliches Gewirr, aus Gassen, Gängen und Straßen, welches sich ständig veränderte. Lächeln atmete er die kühle Luft ein, die nach Kräutern und Rauchwerk duftete. Irgendwo in diesem Labyrinth gab e einen Platz der sich nur selten änderte, aber diesen suchte er diesmal nicht. Die Veränderung umgab ihn mit jedem Schritt mehr und mehr fing sie ihn ein und veränderte auch sein Erscheinungsbild. Hatte er eben noch seinen schwarzen Ledermantel und den Hut getragen, so trug er nun eine Nickelbrille und einen weißen Kittel. Seine Füße waren nackt, genau wie seine Hände und dabei begann gerade Schnee aus der Schwärze herab zu rieseln und die Steine um ihn herum zu bedecken. Die Temperatur senkte sich schlagartig und sein Atem begann Wölkchen vor seinem Mund zu produzieren.

[Akt 03] Tiger


Stimmung
Jun Matsumoto erhob sich langsam von seinem Thron in der Mitte des Festsaales. Ein leichter Wink mit der Hand forderte Kazu und Sho auf ihm zu folgen. Ihm fielen einige Blicke der anderen Jina auf, die sich unter den Gästen befanden und er glaubte sogar einen Neuen zu sehen, der ungläubig in seine Richtung starrte. Dieses Geschöpf würde keinen Eintritt in die Kreise des Hofes finden. Zusammen mit seinen engsten Vertrauten betrat er eines der Separees, während Kazu hinter sich die Tür schloss drehte der Daimyo sich um. Shos Geschichtsausdruck war wie immer von Desinteresse geprägt. Kazu hingegen lächelte leicht, wurde aber sofort ernst, nachdem die Tür geschlossen war.

„Das war ein sehr interessantes Intermezzo.“ Ein leises Lachen war von Kazu zu hören. „Diese drei Magier waren ganz schön dreist, aber euer Auftreten gegenüber der Frau war ein Fehler.“ Der Kopf des Daimyos ruckte herum und betrachtete den Kranich aus verengten Augen. Dieser lies sich aber von der aggressiven Aura des Teufelstigers, die nun den Raum erfüllte, nicht einschüchtern. „Ihr habt euch hinreißen lassen, die Provokationen dieser Frau auf euch wirken zu lassen. Als ihr sie geschlagen habt, ist denke euer Ruf beschädigt worden.“

Just because it burns doesn’t mean you gonna die…

Steriles Licht blendet mich und ich bemerke sofort die kalten Metallschellen um meine Gelenke. Sie sind bombenfest, mein Rütteln daran bringt überhaupt nichts.

„Na, das würde ich lassen.“, höre ich die Stimme meines Bruders.

In mein Gesichtsfeld tritt allerdings Natascha, die meine Stirn fühlt und anschließend Notizen auf ihrem Klemmbrett macht. Sie nickt schließlich und spricht zu Akio, der weiter hinten im Raum sein muss, denn ich kann ihn immer noch nicht sehen: „Kein Fieber, wir können anfangen.“

„Was wird das?!“, ich muss zugeben doch etwas panisch zu sein und so klinge ich auch.

[Akt 03] Roter Regen


Stimmung
Langsam glitt ihr Bewusstsein wieder an die Oberfläche. Ein Duft von Lotosblüten stieg ihr in die Nase. Ihr ganzer Körper fühlte sich angenehm schwer an. So wie man sich nach einer erholsamen Nacht fühlte. Energiegeladen zum einen, aber noch viel zu schwerfällig, um diese auch zu nutzen. Seufzend öffnete sie ihre Augen und musste kurz blinzeln, denn das was sie sah war nicht was sie erwartet hatte. Sie befand sich nicht in ihrem Bett und sie hatte nur sehr verschwommene Erinnerungen an die letzten Stunden, nachdem das Auto auf den Hof gefahren war. Rin versuchte sich zu erinnern, aber über allem lag ein seltsamer Schleier, aus Vertrautheit und der Leichtigkeit. Müde richtete sie sich auf und sah sich genauer um. Der Raum in dem sie sich befand war traditionell eingerichtet. Die Wände waren mit Papiertapete beklebt und darauf waren klassische Japanische Motive gezeichnet. Einige Schwarzweiß andere in prächtigen Farben. Es gab Landschaften voller Kirschblüten, Schlachtenszenen und Städte voller Leben aber allen Bildern war eines gemein. In jedem Bild fand sich ein aufrecht gehender Tiger der ein schwarzes Fell mit gelben Streifen trug. Also genau Gegensätzlich zur normalen Farbgebung. Ihr Blick glitt langsam auf das Bett in welchem sie sich befand. Das Laken, die Decke alles war rot. Sie blinzelte mehrmals bis ihr klar wurde das es kein Blut war, sondern allein die Farbe der Seide, die sie einhüllte. Sie schlug die Decke ganz beiseite und runzelte die Stirn. Wie war sie in diese Kleider gekommen? Ein Seidennachthemd besaß sie überhaupt nicht und zudem war es auch noch blutrot, genauso wie die Bettwäsche.

Wieder hob sich ihr Blick. Das Zimmer war spartanisch eingerichtet. Das große Bett in dem sie lag war das zentrale Element des Raumes. Eine kleine schwarze Kommode stand noch an der Wand, in der sich drei Schubladen befanden und auf der sich verschiedenfarbige Glasfläschchen zu befinden schienen. Neben dem Bett lag weitere Kleidung, die aber nicht ihr gehörte, wo waren ihre Sachen, die sie getragen hatte, als, ja als was eigentlich, passierte? Rin versuchte sich zu erinnern, während sie aus dem Bett endgültig aufstand.