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Zehntausend Tote

Otouto blickte in den Himmel, welcher die blanken Sterne zeigte. In der Ferne ragte ein Stern besonders hervor. Er leuchtete blutrot und schien jeglicher Astronomie zum Trotz stur seinen Weg zur Erde fort zu setzen. Der Kuei-Jin hatte nun bereits vier mal den Standort gewechselt, aber egal ob in Bejing, Tokyo, Seoul oder Neu Dheli dieser rote Stern sah von überall gleich aus – obwohl sich das Sternenbild entsprechend verschob – der Stern tat es nicht. Er war stets an der gleichen Stelle.

„Du wirst ihnen folgen.“, sprach Otouto ohne sich vom Himmel ab zu wenden. Der Kuei-Jin in dem weißen Anzug trat aus den Schatten und hatte seine roten Augen auf Otouto gerichtet. Seine Haltung war gebückt, es war sehr anstrengend in seiner Nähe zu sein. Er konnte seinem Herrn nur flüsternd antworten: „Wie Ihr wünscht, mein Tenno. Soll ich einen von ihnen töten oder sie nur beschatten?“

Otouto wandte ihm den Blick zu, drehte sich dabei halb zu ihm herum und sein Diener verzog das Gesicht vor Schmerzen. Er senkte den Blick und hielt sich selbst den Mund zu, als hätte er Angst das seine verfluchte Seele ihm durch diesen entweichen würde. Otouto hingegen betrachtete ihn ausdruckslos und sprach: „Nein, sorge dafür das sie sicher durch die Lande gelangen, folge ihnen bis ans Ende der Welt – und setze alles was du hast dafür ein, das sie auch da ankommen, wo sie hinwollen. Wenn irgendjemand von ihnen dabei kaputt geht, werde ich dafür sorgen, dass du als Kin-Jin wiedergeboren wirst!“

Der Diener nickte und wich ein paar Schritte zurück, er wagte es nicht, seinen Blick zu heben noch zu widersprechen. Erst, als er nicht mehr das Gefühl hatte sofort vom Tenno verschlungen zu werden, antwortete er knapp: „Verstanden!“, ehe er sich wieder in die Dunkelheit verkroch aus der er gekommen war.

Er war sich nicht sicher, was schlimmer war: Sich erneut dem Todbringer zu nähern oder für einen Haufen zerbrechlicher Personen verantwortlich zu sein, die schnell kaputt gehen konnten. Es war jedenfalls beides besser als noch länger in der Reichweite des Tenno zu bleiben, er konnte sein Glück nicht weiter herausfordern… Eigentlich… war sein Tod beschlossene Sache. Die Frage war nur noch, was danach geschehen würde.

Published inRollenspiel-Storys

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