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Irrwege

„LIAM!“, fuhr Shirley den anderen Werwolf an, „Du kannst uns jetzt nicht einfach hier stehen lassen! Ich kann den Lastwagen nicht fahren, ich brauche dich hier!“

Der Ahroun schaltete den Motor des LKWs ab: „Das ist unsere einzige Chance ihn zu erwischen. Wenn nicht jetzt, wann dann? Dir mag es vielleicht egal sein, dass er das Rudel im Stadtpark vernichtet hat…und die anderen Werwölfe in Hamburg. Mir ist es das nicht, bei Gaia!“

Shirley seufzte: „Ich kann dich verstehen, aber wir haben heiße Ware an Bord… und das Baby, denk an das Baby! Was ist dir wichtiger, Cuervo zu vernichten oder diesen Hoffnungsschimmer zu retten? Wir müssen weiterfahren… “

Liam öffnete die Fahrertür: „Wie kann ich das Kind retten, wenn er uns auf den Fersen ist? Er wird sie töten!“

Shirley versuchte Liam an der Schulter zu packen: „Wird er nicht, wir müssen uns eben gut verstecken…weit weg.“

Von Liam kam nur ein Knurren als Antwort: „Ich werde ihn ein für allemal aus dem Weg räumen und wenn es das letzte ist, was ich tue.“

„LIAM!“, schrie Shirley ihm hinterher, doch er knallte nur die Fahrertür zu und machte sich davon.

~*~

„M-Mike…K-Komm…“, Feivel wanderte nervös in dem Flur hin und her während er auf die Fenster blickte, durch die sich langsam das Sonnenlicht seinen Weg bahnte. Die Eingangstür war offen, Liam hatte sie vorhin beim Stürmen einfach herausgerissen. „I-Ich k-kann nicht e-ewig b-bei d-dir b-bleib-ben… d-die S-s-s-s-onne!“

Mike stand einfach nur da, reagierte nicht auf Feivel. Seine Augen glitten über den Boden, über die zwei schwarzen Federn die dort lagen hinüber zu dem regungslosen Körper, welcher einfach im Flur lag. Das Gesicht Cuervos lag auf der Seite, er hatte die Augen friedlich geschlossen und strahlte ein schwer zu fassendes Gefühl aus. Mike ging ein paar Schritte auf ihn zu und hockte sich vor ihn hin.
„Wie ein Engel…“, murmelte er leise.

Feivel schüttelte heftig mit dem Kopf: „B-beeee-eilung…“, er fuchtelte wild mit den Händen, da er immer aufgeregter wurde und es ihm so noch schwerer vield ie richtigen Worte zu fassen. „D-der i-ist hhhh-höchstens e-ein T-todes-engel! K-komm! S-sonne!“

Mike reagierte noch immer nicht auf seinen Clansbruder, welchem es nun zu blöd wurde. Feivel riss an Mikes Schulter, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen und wurde lauter: „Es i-ist T-tag! KOMM!“

Mike schaute ihn an, als wäre er mit seinen Gedanken ganz woanders gewesen und registrierte erst jetzt wie hell es schon war: „Verdammt, ja. Ist vor dem Gebäude Erdboden?“

Feivel nickte heftig und fuchtelte mit den Armen in eine Richtung, während er Mike irgendwie mit sich zur Fensterfront zog – die noch nicht ganz so stark beleuchtet war, wie der Haupteingang.

Feivel geriet ins stolpern, als Mike wieder stehen blieb und die Fäuste ballte. Verwirrt blickte er den jungen Gangrel an: „W-was ist?“

„Geh‘ ohne mich…“, antwortete Mike gepresst. Feivel wollte nachfragen, aber als er in Mikes Gesicht schaute, zuckte er zusammen. Mike hatte in der Regel seine Fangzähne nie ausgefahren… geschweige denn blutige Tränen im Gesicht.

Mike schnauzte Feiveil an: „GEH!“

„B-bis m-morgen, K-k-kumpel!“, jaulte Feivel noch und nahm die Beine in die Hand. Keine Sekunde zu früh versank er draußen im Erdreich.

Published inRollenspiel-Storys

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